5 Tipps zur Rettung einer Avocado, die braune Blätter bekommt

VOM KERN ZUM BAUM: ÜBER DIE PFLEGE EINER AVOCADO IM WOHNZIMMEREs war einmal ein kleiner Avocado Kern, der große Ziele hatte. Ein hübscher Baum wollte er werden. Größer und schöner als seine Gärtnerin. Na ja, ich nehme das der Avocado nicht weiter krumm, ganz im Gegenteil, unterstütze sie in ihren Wuchsdrang nach Kräften.
​Doch eine Sache passt mir absolut nicht.

​Die Kleine macht seit kurzem Probleme. In jungen Jahren entwickelte sie sich beherzt aus ihrem Kern heraus. Spaltete diesen durch ihre Schubkraft und entwickelte ein Blatt nach dem anderen an ihrem schlanken Stämmchen. Sie wollte hoch hinauf.

Nach einer notwendig gewordenen Übersiedelung von einer Hauptstadt in die andere, machte die Großstadtpflanze anfänglich am neuen Standort noch gute Miene zum mobilen Spiel. Sie wuchs eine Zeitlang weiter, wie man es von ihr erwartete. Alles war gut.

Doch dann kam der Bruch. Bedauerlicherweise war sie ein wenig verwöhnt und die neuen Lichtverhältnisse nicht wie ganz so ideal. Jedenfalls nicht ganz so hell, wie sie es gewohnt war und recht gerne hatte. So war es nicht ganz überraschend, dass sie auf diese Situation etwas sensibel reagierte und versuchte, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Um ihre Wachstumsbedingungen zu verbessern. Die Avocado begann ihre Blätter neu zu justieren und streckte sich mit aller Kraft dem Licht entgegen, um ein Quantum mehr an Helligkeit zu erhaschen.

Das Bäumchen wuchs, hatte eine stattliche Höhe von 1,50 Höhenmeter erreicht und liebäugelte nun offensichtlich, seine Gärtnerin demnächst endgültig abzuhängen. Höhentechnisch betrachtet. Es fehlte nicht mehr viel zu ihrem Glück und sie legte noch einen Zahn zu.

Während es Hand in Hand mit neuen Blättern in die Höhe ging, verkahlte die Avocado plötzlich von unten her und stieß vom unteren Teil ihres Stammes altes Blattwerk ab. In der Mitte war auch nicht viel mehr zu sehen, als ein kahler Stamm. Was nicht weiter störte, da ja die Party in luftigen Höhen stattfand. Dort oben schien die Avocado Welt jedenfalls noch in Ordnung zu sein.

Um ihr nun einen kleinen Schubs in Richtung Kräftigung zu verpassen, durfte sie an warmen Sommertagen ins Freie und kuschelte sich dort in eine helle, jedoch geschützte Ecke, ließ sich die Sonne so richtig wohlig auf den Bauch scheinen und wirkte gleich um einiges frischer und fitter.

Doch seit die Avocado wieder im Haus steht, geht’s täglich bergab. Stellt sich die Frage, ob es so etwas wie Herbstblues auch in der Pflanzenwelt gibt. Es spricht alles dafür. Die Blätter werden an den Rändern braun, rollen sich unschön ein und  verabschieden sich im Tagesrhythmus von der Mutterpflanze. Fallen eines nach dem anderen zu Boden. Als wäre es auch Spätherbst für sie. 

In der Literatur ist in so einem Fall gerne von einem Radikalschnitt die Rede. Einmal in der Mitte durch und schon geht’s der Pflanze wieder gut. Doch den rettenden bzw. aktivierenden Schnitt, den die Pflanze völlig problemlos wegsteckt und der sie sogar zum Verzweigen aktiviert, habe ich noch nicht gesetzt, da ich das Pferd von der anderen Seite aufzäumen möchte. Statt radikal von oben einen Teil Avocado wegzuschneiden, werde ich mich auf die Wurzeln stürzen und diese freilegen. Um zu überprüfen, ob sie vielleicht zu viel des Guten bekommen haben und die Avocado womöglich nasse Füße hat. Denn die Wurzeln meiner Avocado sind recht dünn und zart, selbst wenn das Bäumchen bereits eine stattliche Höhe von 1,60m erreicht hat.
​Klassischer Fall von einer Bohnenstange. 

AVOCADO PFLEGEFEHLER VERMEIDEN

Um nun wieder das Ruder herum zu reißen und die Avocado auf Kurs zu bringen, werde ich mich dem armen Ding ausgiebig widmen und versuchen, das Problem auszumerzen. Es gilt somit einige Punkte abzuklären, um allfällige Pflegefehler rasch zu erkennen und fix für Abhilfe zu sorgen.

  • Der Standort scheint jetzt nach mehreren Anläufen geradezu ideal. Die Pflanze steht hell, jedoch nicht direkt in der Mittagssonne. Sofern man im November von einer solch wünschenswerten Wettersituation sprechen kann.
  • Aufgrund ihrer tropischen Herkunft schätzt die Avocado viel Feuchtigkeit in ihrem Umfeld. Was zu Problemen führen kann, denn unsere Wohnräume sind ja gerade in der kalten Jahreszeit oft überheizt und daher ziemlich trocken. Ein Platz in Heizungsnähe ist jedenfalls nach Möglichkeit zu vermeiden. Feuchtigkeitszufuhr hingegen zu forcieren.
  • Auch eine Überdüngung kann zu Problemen führen. Die Avocado sollte frühestens nach einem halben Jahr, nachdem sie aus dem Kern geschlüpft ist, gedüngt werden. Und dann auch nicht öfter als alle vier bis sechs Wochen. Hier gilt: weniger ist mehr.
  • Avocado Bäumchen würden Palmenerde wählen. Doch was tun, wenn man gerade keine bei der Hand hat? Dann sollte es herkömmliche Pflanzerde auch tun. Wenn man dabei beachtet, dass die Erde nicht zu dicht, aber auch nicht zu locker sein soll, um Staunässe wie Austrocknung zu vermeiden. Die Erde im Topf sollte eine durchgängige Konsistenz haben, so dass genügend Sauerstoff an die Wurzeln gelangt. Was gleichzeitig für guten Luftaustausch sorgt. Damit die Avocado nicht aus dem Topf wackelt, kann man die Pflanze mit einem Bambusstab in der Erde stabilisieren und schon ist das Problem der Statik erledigt.
  • Und last but not least sollte man sich die Frage nach der richtigen Topfgröße stellen. Füllen die Wurzeln den Topf vollständig aus, ist natürlich Handlungsbedarf und die Avocado bekommt mehr Platz in Form eines größeren Topfes.

​Generell gilt, dass verfärbte Blätter auf Pflegefehler und somit Stress der Pflanze hinweisen und rasch entstresst werden sollten. Anders als manche Orchideen Arten, die sogar ein Quantum Stress brauchen, um richtig in die Gänge zu kommen und herzhaft zu blühen. Wie man es beispielsweise einer Brassia nachsagt.

Mein Plan steht fest, ich werde meine Avocado mit allen Mitteln wieder von einem laubhaufenartigen Unglückswurm mit nassen Füßen zu einer knackig grünen Tropenpflanze verwandeln und ihr so die Möglichkeit geben, mich letztendlich doch noch an Körpergröße zu überrunden. 

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