Fliegende Spinnen und was das alte Weib im Altweibersommer verloren hat

ES GIBT KEIN ENTRINNEN MEHR!

SpinnennetzAltweibersommer

Sichtbar, spürbar und nachlesbar.
Alle bereiten sich vor, ganze Heerscharen von Bloggern laden bereits die schönsten Fotos für ihre Leser hoch, um diese auf die Goldene Jahreszeit einzustimmen, um sie mit Herz in Wort und Bild zu erfreuen. Der Altweibersommer hat begonnen und das Jahr steuert unweigerlich auf unsere dritte Jahreszeit zu.

Die 2 Jahreszeiten. Junger & Alter Sommer

Bis gegen 1800 herum war das Jahr in zwei Jahreszeiten geteilt und es gab nur Sommer und Winter. Unseren heutigen Frühling hieß man zu dieser Zeit Jungweibersommer und den Herbst Altweibersommer.

Heute steht der Altweibersommer für die Goldene Zeit zwischen September und Oktober. Eine Zeitspanne, die geprägt ist durch ein letztes Aufflackern und Aufbäumen der Natur. Ein letzter Gruß des Sommers, bevor das Jahr endgültig Kurs in Richtung Herbst nimmt.

Was hat das Weib im Altweibersommer verloren?

Mit “alten Weibern”, wie es auch heute noch mancherorts despektierlich heißt, hat die goldene Jahreszeit nichts zu tun.

Manchmal führt uns die deutsche Sprache durchaus in die Irre, wie in diesem Fall. Ableiten ist gut, aber nicht immer zielführend. Denn tatsächlich kommt das Wort aus dem Altdeutschen und dem Verb „weiben“. Was so viel bedeutet wie „spinnen“ oder „Spinnfäden weben“.

Gemeint sind damit die vielen Spinnfäden, Flugfäden kleiner Spinnen, die bereits im späten Sommer frühmorgens überall auf Wiesen und Sträuchern zu sehen sind und vielerorts durch die Luft segeln. Mit Tautropfen behängt, können diese  Seidenfäden durchaus anmuten wie Perlschnüre, gleichen mit ein wenig Fantasie zarten Perlenketten.

Spinnt man diesen Gedanken rund um die Perlenkette weiter, verbirgt sich ja vielleicht doch eine Art linguistischer Geheimcode hinter dem Altweibersommer. Die Beatles lassen grüßen!

Fliegenden Spinnen im Altweibersommer

Spinnen spinnen nicht nur, sie können auch fliegen!

Die aktiven Jungspinnen scheinen um diese Jahreszeit, im Altweibersommer, kaum noch zu bremsen zu sein und wollen hoch hinaus. Magisch zieht es sie in die Lüfte und so machen sich Millionen junger und alter Kleinspinnen gegen Ende des Sommers bereit zum Ballooning. Über den Wolken…

Auf dem Weg dorthin produzieren sie hauchdünne und doch extrem elastische und äußerst widerstandsfähige Fäden, vorzugsweise an exponierten Stellen. An Zäunen, Mauervorsprüngen, Dächern. Um dort auf einen leichten Windhauch zu warten, der Spinne & Faden mit sich fortträgt und sanft durch die Lüfte weht. Herrscht dann auch noch die entsprechende Bodenthermik, kann die Reise in höhere Luftschichten beginnen, die Spinnen heben einfach ab und fliegen davon.
Wer hätte das gedacht!

M. Claude empfiehlt:

Spinnen verdienen eine faire Chance, nicht nur im Altweibersommer!

Wenn Sie eine Spinne im Zimmer entdecken und sie dort stört, einfach in einem leeren Glas mit Deckel fangen und im Freien wieder aussetzen.

Alles über Spinne, Netz und Faden sehen Sie hier:

https://youtube.com/watch?v=vciG-VsA7rc%3Fwmode%3Dopaque

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