Gartenarbeiten im Februar: Was tun gegen Maulwurf und Wühlmaus?

MAULWURF ALARMDie Maulwürfe sind da. Nicht einer, nicht zwei. Eine ganze Armada ist wieder vor Ort. Wenn das nur alles wäre, aber nebenan tummeln sich auch noch Wühlmäuse und bereiten den Untergang eines Gartens vor. In Kürze droht der totale Zusammenbruch.​Allerhöchste Zeit, jetzt schon vorzusorgen!

ZEIT, DIE OBSTBÄUME ZU SCHNEIDEN

Der Februargarten wird generalstabsmäßig auf die kommende Gartensaison vorbereitet. An frostfreien Tagen, und davon haben wir heuer reichlich, sind Ende Februar die Obstbäume an der Reihe, geschnitten zu werden.

Mein Gartenplan sah vor, mit dem Apfelbaum zu beginnen, ihm einen guten Schnitt zu verpassen und ihn so wieder auf seine köstliche Apfelproduktion vorzubereiten. Der Kronprinz Rudolf ist die absolute Nummer eins auf meiner Liste.

Wenn nicht über Nacht einsetzender Regen mein Programm vereitelt hätte. Denn stundenlang sprühte es nur so vom Himmel, dass mir Gartenarbeit nicht unbedingt als erstes in den Sinn kam, als ich aus dem Fenster blickte.
​Was gut für den Garten ist, ist nur leider nicht immer automatisch gut für mich. Denn Regen und Matsch sind echte Spaßbremsen, jedenfalls wenn es um Gartenarbeit geht. Mein Aktivitätsschub wurde merklich gestoppt. Als wäre ich mit der Handbremse unterwegs. Doch wollte ich mich keinesfalls von meinem ausgeklügelten Februar Gartenprogramm abbringen lassen. Jedenfalls nicht schon gleich am zweiten Gartentag dieser Saison.

DIE MAULWÜRFE SIND WIEDER DA

wohAlternativen gibt es immer und so habe ich mich in Regenmantel und Gummistiefeln zu einem großangelegten Inspektionsrundgang durch den Garten aufgemacht. Und erblickte das Grauen: überdimensional hohe wie hässlich aufgeworfene Maulwurfshügel rund um meinen Tulpenbaum, den Sie hier sehen können.

Was mich ehrlich gesagt über Gebühr erzürnt hat, da der Tulpenbaum ohnehin schon aussieht, als stünde er auf einem Plateau. Sie müssen wissen, der Bursche ist eigentlich schon ein alter Knabe und wohnt seit mehr als zwanzig  Jahren in meinem Garten. Es handelt sich um einen amerikanischen Tulpenbaum, der bereits eine stolze Höhe von knapp 18 Metern erreicht hat. Wenn nicht mehr, aber so genau kann ich das nicht beziffern, denn eine Höhenmessung ist aktuell nicht mehr möglich.

Den Rest können Sie sich garantiert vorstellen: die Wurzeln meines Hausbaumes haben mittlerweile elefantöse Ausmaße erreicht und heben das Niveau rund um den Baum beachtlich an. Jeden Tag ein Stückchen mehr, so dass der Tulpenbaum aussieht, als stünde er am Präsentierteller. Ein Plateau, mit Maulwurfshügeln garniert. Wie eine kunstvolle Natur Installation, die an einen Wackelpudding mit Riesenstreusel erinnert.
Nicht gut!

Im ersten Affekt habe ich die aufgeworfene Erde mit meinen Stiefeln flink einplaniert. Als ob das etwas brächte. Gerade so, als würde man die Augen vor dem tristen Bild verschließen, um es nicht sehen zu müssen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Ist natürlich Unsinn.

Doch meine wirkliche Sorge war eine ganz andere, ob es sich wohl hierbei um einen feindlichen Angriff seitens des Maulwurfs auf die Wurzeln handeln könnte. Was ich aber nach der ersten Schrecksekunde ausgeschlossen habe, denn kein Maulwurf dieser Welt sollte es schaffen, sich an derartigen Mammut Wurzeln zu vergehen. Allerdings haben die Knaben unter der Erde ja jede Zeit der Welt.

Die Lage ist jedenfalls ernst, denn nebenan tobt die Maus. Wobei mit nebenan nicht der Nachbargarten sondern die Wiese rund um den Baum gemeint ist. Dort sind die hyperaktiven Kollegen von der Zunft der Maulwürfe, die Wühlmäuse am Werk. Ob Kollegenschaft oder Konkurrenz entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls herrscht der pure Vandalismus.

Das sich mir bietende Bild von der Wühlmaus ist ähnlich, nur mit dem geringfügigen Unterschied, dass das aufgeworfene Erdreich an futuristische, überirdische Kanäle denken lässt, die sich durch den restlichen Garten schlängeln. Hügel auf, Hügel ab. Noch sinkt man nicht ein, denn der Boden ist noch zu hart, doch sobald die Erde von Tag zu Tag langsam aufgehen wird, wird der Gang über den Gartenboden zum Spießrutenlauf. Die Decken der Mausbauten werden nachgeben und in sich einsinken. Alles nur eine Frage der Zeit, wie lange es gelingt, Oberwasser zu behalten. Respektive über, statt unter der Erde, bei den Mäusen, zu sein.

Es herrscht dringender Handlungsbedarf. Tatsächlich fühlt es sich aber ganz gut an, schon zu so früher Zeit im Gartenjahr den Kampf gegen die Widersacher aufzunehmen. Fragt sich nur wir.

Nachdem ich nun schon einiges erprobt und verworfen habe, nehme ich heuer einen neuerlichen Anlauf, die kleinen und zugegebenermaßen putzigen Gesellen, zu vertreiben. Anleitung dazu hole ich mir im neuen Buch von Sigrid Tinz. Der Titel „Friede den Maulwürfen. Bösewichte und Plagen im Garten – und wie wir mit ihnen klarkommen” scheint wie für mich geschrieben zu sein.

Statt nun den Apfelbaum im strömenden Regen zu schneiden, schmökere ich jetzt mich jetzt genüsslich durch die Tipps und Anregungen, wie es doch noch gelingen kann, mit Maulwurf & Friends zurecht zu kommen und mit ihnen Frieden zu schließen. Was nicht immer ganz so einfach ist. Doch manchmal reicht schon ein Umdenken und bringt die Lösung.

​Und der Obstbaum läuft mir nicht davon, den kann ich morgen noch immer schneiden. ​Jetzt ist Zeit zu Lesen.

ZEIT ZU LESEN, FRIEDE DEN MAULWÜRFEN!

Abrüstung im Garten »Friede den Maulwürfen!«ist trotz des harmlosen Titels nichts für schwache Nerven. Sigrid Tinz hat sich darin auf die Suche nach den guten Seiten der Bösewichte und Plagegeister im Garten begeben. Dort gibt es eine Menge Arten, die auch naturverbundene Menschen an ihre Toleranzgrenzen bringen: Blattläuse, Wühlmäuse und Nacktschnecken ebenso wie Schachtelhalm, Löwenzahn und Quecke.

Die Autorin plädiert für einen entspannten Umgang selbst mit den gefräßigsten und ausbreitungsfreudigsten Tier- und Pflanzenarten und für Augenmaß bei der Wahl der Gegenmittel. Spannend wird es im Kapitel über die besonders Bösen: Giersch, Buchsbaumzünsler oder Zecke – ist das auch noch Natur oder kann das einfach weg?

Die Geoökologin erklärt, dass keine Tier- und Pflanzenart von Natur aus böse ist, sondern jede ihre Rolle im Ökosystem hat. Diese Erkenntnisse machen die Plagegeister nicht in jedem Fall sympathischer. Aber sie helfen immer dann, wenn Panik entsteht oder der Geduldsfaden zu reißen droht. Statt »Schädlinge« und »Unkräuter« im Garten rabiat mit allen Mitteln zu bekämpfen, rät die Autorin nur das Wirksame und nichts verheerend Nutzloses zu tun. Damit das leichter gelingt, lässt sie die Tiere und Pflanzen selbst zu Wort kommen und ihre Sicht auf die Gartenwelt erklären. Mit diesem Buch bleibt das grüne Paradies eine giftfreie und entmilitarisierte Zone.

Die Plagegeister werden nicht ausgerottet, aber sie nerven auch nicht mehr.

​Friedlich Gärtnern braucht Mut. Wer es wagt, schont auch die bedrohten Arten und wird mit schönen Naturerlebnissen belohnt.

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