GartenTalk

Tratsch & Klatsch

Gärtner sind gesellig, Blogger ebenso. Was liegt also näher, als sich zu einem ausgiebigen GartenTalk am Gartenzaun zu treffen, von GärtnerBlog zu GärtnerBlog.

Im Gespräch mit der Aktivhobbygärtnerin und Gartenbloggerin Carola Neißer

Liebe Carola, woher kommt deine Leidenschaft für den Garten?
Vermutlich hat mir meine Ma diese Leidenschaft mit in die Wiege gelegt. Wobei ich es schon immer geliebt habe, mich in der Natur zu bewegen. Was liegt da letztlich näher als ein Garten? Es hat zwar noch viele Jahre gedauert, bis sich daraus eine Leidenschaft entwickelt hat, aber heute mag ich nicht mehr ohne das eigene Stückchen sein.

Solange es nicht junge Tierkinder vom Himmel regnet, bin ich immer irgendwie im Garten zu finden. Entweder schaue ich einfach nur nach dem Rechten oder wusel mal hier oder mal dort – nicht immer artet es aus und ich verbringe nahezu den gesamten Tag im Garten.

Setzt du Schwerpunkte im Garten und legst Wert auf besondere Akzente wie Farbgestaltung, Pflanzenauswahl und Zusammenstellung?
Derzeit befindet sich der Garten im Umbruch. Im Vorgarten finden nach und nach einheimische Pflanzen ein neues Plätzchen. Mit der Zeit wird ein Großteil der älteren Pflanzen durch einheimische Neuzugänge ersetzt. Es kann durchaus passieren, dass dann irgendwann auch kein Platz mehr für meine geliebten Hortensien ist. Aber da die sich auch problemlos mit einem Leben im Kübel arrangieren, kann ich diese ewig durstigen Pflanzen ausquartieren.

Den restlichen Garten versuche ich möglichst frei von Giftpflanzen zu halten. Das gelingt natürlich nicht immer und in voller Gänze. Aber die extrem giftigen Pflanzen fliegen jetzt Stück für Stück raus. Grund dafür sind die Hunde, vor allem meine Kleine, die noch immer gerne an allem knabbert, was ihr in die Schnute gelangt. So wird im Frühjahr der Lerchensporn, den ich auch schon in den Vorgarten gesetzt habe – natürlich an eine Stelle, die die Hunde nicht erreichen können –, weichen. Es sieht schon toll aus, wenn der zwischen dem sich langsam einziehenden Lerchensporn die ersten Blätter der Funkien rausschauen. Trotzdem denke ich zuallererst an meine Hunde.

Ein wichtiger Aspekt sind für mich auch eigenes Obst und Gemüse. Unser Garten ist nicht sonderlich groß, sodass ich mich auf Kübelgemüse beschränke. So finden grundsätzlich mindestens zehn Tomatenpflanzen ihren Platz auf dem Balkon und der seitlichen Terrasse. Platz schaffe ich zudem immer für Zucchini. Die mögen nicht nur der einzelne Herr und ich, sondern auch die Damen. In diesem Jahr habe ich mich an selbst gezogenen Paprika und Auberginen probiert. Und dann mal hier und da was im Topf: Mangold, Blut-Sauerampfer, Schnittlauch, Basilikum, Petersilie… Mal schauen, was ich im nächsten Jahr im Kübel anbauen werden – abgesehen von Tomaten und Zucchini.

Geplant sind für verschiedene Gartenbereiche noch Säulenobst und Heidel- sowie Johannisbeeren. Vielleicht auch noch stachellose Stachelbeeren. Vorerst muss ich diese Bereiche noch herrichten, bevor ich dann das Obst und die Beeren einsetzen kann. Wir haben zwar einen Apfelbaum und eine Süßkirsche, aber eigenes Obst kann man ja nie genug haben.

Hast du schon einmal eine Gartenreise unternommen? Wenn ja wohin, wenn nein, wohin würde es dich ziehen?
Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen, eine Gartenreise zu unternehmen. Was aber nicht heißt, dass es nicht irgendwann mal der Fall sein wird. Vielleicht fange ich mit deinem Garten an? 🙂
(Antwort in eigener Sache an Carola: “Herzlich willkommen!”)

Auf alle Fälle würde es mich nach England ziehen. Ich liebe diese typisch englischen Gärten. Ganz toll. Wenn ich im Vorgarten mehr Sonne hätte, wären diese mein Vorbild. Auch unsere Einheimischen lassen sich ganz wundervoll arrangieren.

Gärtnerst du nach Plan oder bist du eher ein Freestyler?
In den letzten Jahren habe ich mir zahlreiche Gartenbücher angeschaut und finde viele Gartengestaltungen ganz großes Kino. Trotzdem bin ich dann eher doch der Freestyler. Vielleicht ergibt es sich im Laufe der Jahre, dass ich mir mal einen ganz konkreten Plan erstelle und diesen dann „abarbeite“. Aber bis dahin versuche ich Rasen sowie einen Nutz- und Ziergarten miteinander zu vereinen. Der einzelne Herr möchte Rasen, ich hingegen eine Blumenwiese, Obst und Gemüse.

Wie sieht dein persönliches Gartenparadies aus?
Extrem groß 🙂 Am liebsten hätte ich einen parkähnlich angelegten Gartenteil, mit vielen alten Eichen, Kastanien, Buchen… Dazu natürlich eine Streuobstwiese und einen Nutzgarten samt Beerenareal, der groß genug ist, um uns komplett zu versorgen. Nicht zu vergessen die große Rasenfläche mit Baumbestand für die Damen und der Ziergarten.

Bei dem Ziergarten würde ich ebenfalls viel Wert darauf legen, dass die Einheimischen in der Überzahl sind. Dazu noch Vogelschutzhecken, ein blühendes Insektenparadies – eben alles, was einen naturnahen Garten ausmacht.

Selbstredend: die verschiedenen Sitzgelegenheiten. Hier eine Rundbank um einen alten Baumstamm herum, dort eine Bank aus Naturstein, verteilte Gartenbänke, dazu noch verschiedene Sitzmöglichkeiten in der Sonne, aber auch im Schatten.

Was bedeutet dir der Ideen Austausch mit anderen begeisterten Gartenfans?
Eine ganze Menge 🙂 Ich finde es toll, sich untereinander auszutauschen. So erfahre ich Neues, bekomme verschiedene Ideen und kann vielleicht den einen oder anderen Beitrag leisten.

Auf welchen Blogs siehst du dich sonst noch gerne um, Fashion, Kosmetik, Technik, Reise, Literatur oder anderen?
Das hängt ganz von meiner jeweiligen Stimmung ab. Manchmal komme ich auch von einem Blog zum anderen, bleibe hängen, lese und stöbere. Die verschiedenen Blogrolls sind sehr inspirierend.

Was würdest du alles einpacken, um dich für 2 Wochen allein in einen Garten zurückzuziehen?
Meine drei Damen, alle Bücher von Ewa Aukett und eine Gartenschere 🙂

Wie siehst du persönlich die Entwicklung auf dem Gartenmarkt? Tendenz gleichbleibend, fallend, steigend?
Puh, gute Frage. Ich denke, dass derzeit das Interesse an eigenem Obst und Gemüse sehr groß ist. Urban Gardening ist gerade ein Mega-Trend. Ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird.

Liebe Carola, vielen Dank für den anregenden GartenTalk! Ich freue mich schon sehr, mehr von dir auf deinem Blog “canes Pflanzenwelt” zu lesen.

M. Claude empfiehlt:

So ein Talk ist immer eine spannende Sache. Sollten Sie jetzt  auch Lust bekommen haben, Ihre Gartenerfahrungen zu teilen und sich auszutauschen, sind Sie hier herzlich dazu eingeladen. Mit oder ohne Blog!

Talken Sie mit!

2 Kommentare zu „GartenTalk“

  1. Liebe Sara,
    das muss wie im Paradies fuer dich gewesen sein!
    Ich finde es einfach herrlich, wenn man seine Kindheit im eigenen Garten verbringen kann.
    Liebe Gruesse
    Dani
    .

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