Gedanken einer Gärtnerin auf musikalischer Zeitreise und warum ein Garten niemals fertig ist

LIEBLINGSMUSIK DER 80IGER AM GARTENBLOG Die Lust am Garten ist ungebremst. Die Bewegung der Gartenjünger und ihrem Beitrag für eine bessere Welt geht ab wie eine Rakete und ist nicht mehr zu bremsen. Können aus jedem faulen Gärtner einen Turbogartler machen.
Woraus die Triebkraft besteht, gleich hier beim traditionellen, alljährlichen Blind-Date der Gartenblogger-Gang. 

GARTENBLOGGER BLIND-DATE EDITION #8 „TAKE ON ME“

Was kommt dabei heraus, wenn sich 11 BloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen?

Unter dem Motto „Take on me“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von a-ha geschrieben. Wir wissen nicht, was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

Mit dabei sind:
BeetkulturDer HagenbergthebohoshackCardamonchaiGartenbaukunstGarteninspektorFaun & FarnLaubenhausmädchenEin Stück ArbeitWirGartenkinder und Berlingarten

Viel Spaß beim Lesen!

GÄRTNERN FÜR ALLE SINNE

Gärtnern ist ein Hobby für alle Sinne. Als gelernte Allrounder sehen wir das Gras wachsen, identifizieren Eichhörnchen, die sich quer über die Bäume jagen am Geräusch, das klingt, als würde eine Welle auf hoher See brechen. Manche von uns beißen ebenso beherzt wie unerschrocken in ein Büschel Brennnessel, um sich am speziellen Geschmack der Wildpflanze zu delektieren und andere wieder laufen durch den Garten, als absolvierten sie einen Marathon. GärtnerInnen kennen keine Grenzen. 

Doch auch die kleinen Dinge des Gartens werden mit größter Achtsamkeit behandelt. Ist ein Blümchen in Not geraten, werden flink Überlegungen angestellt, wie man es nachhaltig verwerten kann, wenn es schon Köpfchen lassen musste für die fixe Idee eines gepflegten Rasens. Ob im Tee, im Blumenkranz, als Tischschmuck oder platt wie eine Flunder im Lesezeichen, der Fantasie sind in der Gartenwelt niemals Grenzen gesetzt. Was wiederum zu dem Schluss führt, dass der Garten seine Jünger fest im Griff hat. Wie eben auch mich, allein schon beim genüsslichen Lauschen eines Ohrwurms aus den 80igern. 

WEN(N) DER GARTEN RUFT

Gartenaffine nimmt es garantiert nicht Wunder, dass selbst ein Song aus den Charts des letzten Jahrhunderts dazu führen kann, in der Sekunde wieder an den Garten denken zu müssen, statt genüsslich im Takt mit zu wippen.

Geplant hatte ich eine erquickende Siesta im Halbschatten mit ein wenig Gartenlektüre vor der Nase, denn so ganz ohne macht es nicht immer Spaß, lediglich zu verweilen und in den Himmel zu blinzeln. Bis mich Partymusik aus der Nachbarschaft aufhören ließ.

Take on me, so der Titel des Songs, den ich noch gut von damals im Ohr und vor Augen habe. Damals, einer Zeit, als sich die Party auf dem Tanzparkett abspielte und nicht im Garten, so wie heute.

Noch in der Hängematte schaukelnd, das Buch mittlerweile auf der Nase, die Musik im Ohr, erinnerte ich mich an den animierten Cartoon, sehe eine ebensolche animierte Hand scheinbar aus dem Video herausfahren. Eine, die sich vor meinen Augen verwandelt und zur Metapher für den Garten wird, der nach mir, seiner Gärtnerin verlangt. Schon war ich wieder da, gedanklich, wo ich vorzugsweise am liebsten bin. Im Garten.

Die musikalische Siesta Begleitung noch im Ohr, war es dennoch fix vorbei mit der kleinen Pause. Fiel mir doch meine lange Liste an Gartenhandgriffen ein, die ich noch nicht einmal bis zur Hälfte abgearbeitet hatte. Da wollten die Rosen geschnitten, das Mäuseloch gestopft und die Erdbeeren gepflanzt werden. Kein Ende jemals in Sicht.

WARUM EIN GARTENBLOG NIEMALS FERTIG IST: DAS GARTENABENTEUER LIEGT IM AUGE DES BETRACHTERS

Auch am Gartenblog sieht es nicht anders aus.

Ab und an erzählt man aufgeräumt im Freundeskreis, womit man sich so die Stunden eines in der Regel viel zu kurzen Tages um die Ohren schlägt und erntet dabei nicht selten skeptische Minen. Denn was gibt es denn so viel zu berichten aus dem Garten. Irgendwann ist man doch durch mit den Themen, den Jahreszeiten, auf dass sie sich bis in alle Ewigkeit wiederholen.

Was wirst du denn dann schreiben, wenn schon alles gesagt ist? Ist doch jedes Jahr das Gleiche, oder? Gepflanzt und geerntet im Rhythmus der Jahreszeiten, jedoch die Abwechslung reichlich überschaubar und allfällige Skalierungen kalkulierbar? Über das hundertste Butterblümchen und wie schön es blüht? Über den Zaun, der ständig zu morschen droht? Oder doch wieder über Rosen, deren Stiele vor einer Heerschar an Läusen ordentlich zugelegt haben und in die Breite gegangen sind? Darüber, dass und vor allem wie es sie von ihren, wie durch Klebstoff anhaftenden Widersachen zu befreien gilt? Kurz gesagt: Ist es nicht wirklich immer das Gleiche?
So die Vorstellung eines dem Garten und dem Bloggen über das schönste Thema der Welt (noch) nicht verfallenen Mitmenschen. Schlicht, klar und übersichtlich gedacht. Jedoch nicht im Entferntesten der Realität entsprechend.

DAS WAHRE ABENTEUER IST IM GARTEN

Zaun, Rose und Butterblume schön und gut, doch das wahre Leben, das Abenteuer Garten spielt sich nicht in Momentaufnahmen ab, sondern rund um die Uhr. Ja selbst des Nächtens, wenn die meisten aller GärtnerInnen ruhen, pulsiert das Leben im Garten.

Um auch von diesem nächtlichen Treiben im heimischen Paradies nach Möglichkeit keine einzige Sekunde zu verpassen, wird kein Aufwand gescheut, live dabei zu sein. Nicht selten wird dazu eine Kamera installiert, die die Aktivitäten der Nachtschwärmer in der Tierwelt zum Besten gibt. Im Igelverschlag, im Vogelhäuschen, in der Garage, die von Nachteulen heimgesucht wird, läuft Versteckte Kamera.

Tagsüber gibt es ohnedies kein Entrinnen. Der scharfe Adlerblick einer Gärtnerin scannt das Areal wie ein Hochleistungsrechner, vermisst das Gelände, kopiert das Ergebnis auf das Original und erkennt in der Sekunde Abweichungen von der Norm. Wobei die Norm eines Gärtners durchaus speziell sein kann.

In Anlehnung an die Vermessung der Welt, einen Roman von Daniel Kehlmann, vermesse ich gefühlt 24 Stunden am Tag alles, was mir auf meinem Weg durch den Garten in die Finger kommt. Ein geradezu zwanghafter gärtnerischer Aktionismus, der sich mittlerweile auch auf die Indoor-Pflanzenwelt erstreckt.

Das Leben ist auf Garten gepolt. Jeder Blick, jeder Text, jede Musik. Nützliche wie irrwitzige Ideen rund ums häusliche Grün sprudeln wie der Trevi Brunnen in Rom, den kaum jemand zu besuchen vermag, nicht ohne zumindest eine kleine Münze für die Ewigkeit hineingeworfen zu haben. Beide fordernde Quellen, die ihre Besucher, respektive GärtnerInnen zum Handeln anstiften. Doch sei erwähnt, dass der Garten kein schlechter Kombattant ist.

In diesem Sinne: Take on me!

https://youtube.com/watch?v=djV11Xbc914%3Fwmode%3Dopaque

2 Kommentare zu „Gedanken einer Gärtnerin auf musikalischer Zeitreise und warum ein Garten niemals fertig ist“

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