Geheimnisse der Hecken. Heilkraft, Mythen und Kulturgeschichte unserer Sträucher

GARTENGEHEIMNISSE„Ein Garten ohne Geheimnisse ist wie eine Blume ohne Blüten“
​(Garteninspektor)

Glauben Sie an Engel, Magie und Zauberrituale? Dann machen Sie es sich jetzt mit einer köstlichen Tasse Kräutertee so richtig gemütlich und lassen sich entführen in die Welt der Traditionen. In eine Welt von gestern, die heute nicht aktueller sein könnte.

Wenn wir an Garten denken, dann kommt uns oft auch eine Form der Abgrenzung in den Sinn. Sei es ein Zaun, manchen sogar eine Mauer oder eben eine Hecke. Gehen wir nun ein wenig in die Vergangenheit zurück und verfolgen den Begriff Hecke und seine Bedeutung, so nimmt es eigentlich nicht Wunder, dass das Verb hecken früher bedeutete, Junge auf die Welt zu bringen. Junge Vögelchen, die aus den Nestern in den Hecken schlüpfen. Daher hat auch die Gärtnerregel, Hecken erst im Juni zu schneiden, heute mehr denn je an Bedeutung gewonnen. Selbstverständlich nicht ohne diese vorher auf eventuell noch vorhandene und aktive Vogelnester kontrolliert zu haben. Grund dafür ist, dass der ökologische Lebensraum Hecke gewissermaßen Hand in Hand mit der Verpflichtung einher geht, uns um die Erhaltung einer artenreichen Vogel- und Insektenwelt nach Kräften zu bemühen. ​

​Doch dies ist nur eine Seite der Hecke. Die andere führt uns weit hinein bis ins tiefste Mittelalter mit seinen Geheimnissen, Aberglauben und oftmals sonderbaren Ritualen. Einer blutrünstigen Sage zufolge schnitten sich Nonnen, deren Kloster überfallen wurde, ihre Nasenspitzen ab und vergruben diese im Garten. Weshalb sie das taten und weitere Absonderlichkeiten können Sie im Bildband nachlesen. Jedenfalls, so man der Sage Glauben schenken darf, wuchsen im Laufe der Zeit daraus  Pimpernuss Sträucher, auch bekannt als Rosenkranzstrauch, Totenkopfbaum oder schlicht und ergreifend Totenköpfchen.

Doch werden Sie mit diesem Band nicht nur in gruselige Details aus vergangenen Zeiten eintauchen, sondern sich  womöglich wie auf einer Exkursion mit Harry Potter und seinen Freunden fühlen. Widersacher inbegriffen, im spannenden Reich der Hecken. Denn der Autor führt Sie durch eine Anderswelt und richtet seinen Fokus auf in Gartenbüchern eher wenig bereisten Welten, Wissenschaften und Riten.

5 PERSPEKTIVEN ÜBER HECKEN, DIE SIE VERBLÜFFEN WERDEN

  1. Der Hecken Kult
  2. Tor und Tür zu einer anderen Welt
  3. Nahrung aus der Hecke
  4. Hecken Medizin
  5. Magie, die aus der Hecke kommt

​DIE ÖKOLOGISCHE BEDEUTUNG DER HECKE

Neben Aberglauben, Engelswerk und Volksmedizin wird der ökologischen Bedeutung von Hecken Rechnung getragen und der Autor macht sich stark und präsentiert fundierte Gründe, wieder mehr heimische Gehölzer in der Natur, in unseren Gärten zuzulassen. Denn gerade solche Sträucher fördern die Artenvielfalt in einem dringend notwendigen Ausmaß.

Ausgelegt wie eine heiße Spur, serviert der Autor Rudi Beiser seinen Lesern und Leserinnen ein weiteres Appetithäppchen auf dem Weg zum heimischen Strauch und präsentiert seine aktuelle Hitparade der in der Kleintierwelt beliebtesten Heckensträucher.

DIE 10 BESTEN HECKENSTRÄUCHER FÜR DIE VOGELWELT

  • Vogelbeere
  • Schwarzer Holunder
  • Vogelkirsche
  • Traubenholunder
  • Gemeiner Wacholder
  • Faulbaum
  • Weißdorne
  • Wilde Brombeere
  • Hundsrose
  • Europäisches Pfaffenhütchen 
  • Roter Hartriegel

DIE 10 BESTEN HECKENSTRÄUCHER FÜR DIE INSEKTENWELT

  • Salweide
  • Schlehe
  • Haselnuss
  • Wilde Brombeere
  • Vogelbeere
  • Faulbaum
  • Kreuzdorn
  • Rote Heckenkirsche
  • Weissdorn

Sollten Sie jetzt an dieser Stelle stutzen und sich die berechtigte Frage stellen, wo denn nun in dieser Best of Aufstellung die Rose abgeblieben ist, werden Sie sich vielleicht wundern, zu erfahren, dass es einst um die Rose nicht gar so rosig bestellt war wie heutzutage. Diese als Symbol für Laster und Sünde, Verschwendung und Zügellosigkeit angesehen wurde. Eine Flora non grata im schlechtesten Sinne.

Zum Glück ist es nicht gelungen, die schönste aller Blumen in Ewigkeit zu verdammen. Doch der Weg zur allseits geliebten und geschätzten Gartenrose war kein leichter und ein überaus dorniger. Im Zuge des mittelalterlichen Marienkultes gewann sie wieder an Ansehen und avancierte zum Symbol des Paradiesgartens. 

Abbildung: Maria mit Kind (Madonna im Rosenhag), Luini, Bernardino um 1485-1532 *

​Lassen Sie sich bei dieser Gelegenheit in die Geschichte der Rosen entführen, tauchen Sie ein in die Welt der Legenden, der christlichen Rosenwunder, erfahren alles über Windeln auf Rosen, die Rose in der Volkserotik und die tausendjährige Rose am Dom von Hildesheim. Dazu gibt es etwas Rosenblütensirup und Hagebuttenmus. 

DIE TINTE, DIE AUS DEM GARTEN KOMMT

​Wer eine Ligusterhecke im Garten stehen hat, kann sich glücklich schätzen, handelt es sich doch bei diesem Gehölz um eine besonders beliebte Labestation von Bienen und Schmetterlingen. Und für uns GärtnerInnen um einen Tintelieferanten par excellence. Neben dem Schopftintling, über den Sie hier mehr erfahren können und der uns mit herrlich frischer Pilztinte versorgt. 

Der Liguster ist somit nicht nur für die Insektenwelt ein Leckerbissen, sondern auch für alle, die sich für Pinsel, Federkiel oder Stahlfedern begeistern und es lieben, damit kreativ zu arbeiten. Mit etwas Ligusterabsud wird selbst das Einfärben von Papier und Aquarellieren zum Kinderspiel.

Der exakten Mixtur für Ligustertinte ist daher auch ein kleines Kapitel gewidmet und ich darf so viel schon vorab verraten: es wird geschüttelt, nicht gerührt! 

Schwarzviolette Tinte aus Ligusterbeeren *

​Neben Heilkraft, Mythen und Kulturgeschichte unserer Sträucher geht’s dann auch schon ab in die Hecke. In Medias Res. Jede der vorgestellten 23 Hecken von Berberitze bis Wacholder wird eingehend porträtiert und von allen Seiten beleuchtet. Von Wissenswertem aus der Botanik, Giftigkeit, Standort Garten, Brauchtum im Mittelalter, magischer Medizin, überlieferte traditionelle Volksmedizin wie moderner Medizin bis hin zum Einsatz in der Küche samt Rezepten. 
​Heilkräftigend, schützend und wertvoll! 

​Ab in die Hecke!

Der Autor
Rudi Beiser beschäftigt sich seit mehr als 40 Jahren intensiv mit Heilkräutern und Wildpflanzen. Sein reichhaltiges Wissen über Pflanzen gibt er heute als Dozent an verschiedenen Instituten und als erfolgreicher Buchautor weiter. Sein Interesse gilt vor allem der Volksmedizin und dem Kräuterbrauchtum vergangener Zeiten.

Bildquelle: Die mit *markierten Bilder sind dem Buch entnommen

Mehr über den Kraftort Hecke finden Sie hier.

2 Kommentare zu „Geheimnisse der Hecken. Heilkraft, Mythen und Kulturgeschichte unserer Sträucher“

  1. Wow, wirklich interessanter Artikel!
    In der Regel wird die Hecke ja “nur” als Deko wahrgenommen, dafuer eignet diese sich zwar auch mega gut, allerdings steckt in einer Heckenpflanze noch so viel mehr drin!

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