Island Mohn. Eisblume

ARKTISCHE SCHÖNHEIT

Island Mohn (Papaver nudicaule)​ist einer 

meiner absoluten Favoriten im Frühlingsgarten. Ein Kunstwerk, das die Natur ganz besonders als Kontrast angelegt hat und mit welchem sie übermütig zu spielen, wenn nicht gar zu kokettieren scheint.

Auf der einen Seite die robust anmutenden Blütenknospen, kompakt eingehüllt und geschützt in einer Blütenkapsel und auf der anderen Seite die geöffneten, zarten, filigranen Blütenblätter, die allein schon beim Anblick die Sonne aufgehen lassen.

Verschwenderisch scheinen sie besonders intensiv zu blühen, in allen Farben ein einziger Farbenrausch. Weiß, gelb, rot und natürlich in unnachahmlichem Orange. Das Experiment

Unnachahmlich auch ihr Auftritt im Garten.

Als Experiment angedacht, hat sich das orange Feuerwerk einer isländischen Mohn Pflanze heuer an eher exponierter Stelle angesiedelt, bzw. wurde von mir beabsichtigt  in eine ungewöhnlich prominente Situation gebracht. Eingepflanzt in einen geräumigen Baumstumpf eines alten Apfelbaumes, der bereits seit Jahren eine Korkenzieherhasel beheimatet. Sieht interessant aus, die Hasel scheint zufrieden oder hat sich auch nur lediglich in ihr Schicksal ergeben und mit der Situation weitgehend arrangiert. Auf jeden Fall ist sie prächtig angewachsen und zum bizarren Blickfang im Garten geworden.  Die Hasel.

Ein kleines Plätzchen war noch frei im Baumstamm und schien interessiert daran zu sein, einem gärtnerischen Test unterzogen zu werden. 
Warum nicht mit einer farbenintensiven Unterpflanzung versuchen, die Eigenkomposition bestehend aus Stamm und Hasel noch besser zur Geltung zu bringen?

Zugegebenermaßen eine durchaus eigenwillige und eher unübliche Nachbarschaft für die kühle, arktische Schönheit, das Mohnblümchen. Ungewöhnlich als Begleitung für ein Nordlicht, das sich gerne und mit Vorliebe mit feinen Pflanzen wie Lavendel, Sonnenhut, Margeriten, Lupinen oder auch Rittersporn umgibt und sich in dieser Umgebung so richtig wohl und geborgen fühlt. Da steht der Hasel einiges ins Haus und sie wird sich wohl erst des Mohnblümchens Vertrauen erobern müssen. Des Mohnblümchens liebster Standort

Überraschend und beeindruckend nun die Akklimatisierung der Isländerin im heimischen Garten. Mitten im April. 

Laut Literatur liebt das Eisblümchen sonnige bis halbschattige Standorte, obgleich es mit Wärme nicht so gut zurecht kommt. Schützende Hauswände und Steinmauern sind somit nicht gerade die erste Wahl, geht es um einen perfekten Platz für die kühle Beauty Queen. Scheiden im besten Fall als Standort für die arktische Schönheit von vorneherein aus. Idealerweise pflanzt man sie in Ziergärten, die sich zwischendurch selbst überlassen sind und auch manchmal aus dem Fokus des gärtnerischen Adlerblicks schwinden dürfen.
Die Natur wird’s schon richten! Aber nur ab und zu, denn kein Gärtner dieser Welt wird freiwillig das Zepter auf Dauer ganz aus der Hand geben. Nicht einmal der faule Gärtner!Kapriolen einer Mohnblume

Die ersten Tage nach Bezug des neuen Quartiers im Areal des Baumstammes war die Stimmung augenscheinlich nicht allzu rosig. Vielleicht hätte sich das Mohnblümchen etwas Besseres vorgestellt, mehr Komfort und Luxus, wenngleich es als bescheiden gilt, ausgeprägteres Raumgefühl, spannendere Nachbarschaft, kühlere klimatische Gegebenheiten. Wer weiß.

Der Auftakt, den sie mir bereitet hat und das damit einhergehende Feedback hinsichtlich Standort war jedenfalls ziemlich unterkühlt. Die leuchtend orange Blüte wurde bis auf Weiteres eingestellt, die Stängel hingen erschöpft und schlapp herunter. Selbst die angenehmen und ihr klimatisch zuträglichen Apriltage vermochten nicht zur Verbesserung der Befindlichkeit beizutragen. Weder neuerliches Wachstum noch Linderung der leichten Verstimmung seitens der eiskalten Isländerin waren zu verzeichnen. 

Das Ende schien nahe, die Tage, zumindest für heuer, gezählt.

Dann kam der Sturm, Eis und Regen. Alles unter dem Gefrierpunkt.

Und plötzlich stand das Nordlicht in vollster Blüte, eine Pracht im unterkühlten April Garten. Während rundum die nicht ganz so kaltblütige pflanzliche Nachbarschaft leise, traurig und verzagt vor sich hinschwindet und sich aufzulösen droht, wächst die stolze Isländerin mit einem Male über sich selbst hinaus. Erstrahlt in hinreißend kräftigem und tiefen Orange und genießt, zumindest dem Anschein nach außen hin, den überraschend neuerlichen Wintereinbruch mit Eis-, Frost- und Schneebegleitung. Sichtlich und in vollen Zügen. 

Hier zeigt sich, was ein echtes Nordlicht ist!

M. Claude empfiehlt:

Erschaffen Sie ein Paradies für Bienen und Hummeln und bepflanzen Sie eine bunte Blumenwiese mit Mohnblumen, Kornblumen, Margeriten und Lilien. 

Laden Sie Biene, Hummel & Co zum Fest, zum Pollenfest im Mohn!


https://youtube.com/watch?v=mciMTnX2hRM%3Fwmode%3Dopaque

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