Löcher im Garten und ein altes Hausmittel dagegen

ALBTRAUM: LÖCHER IM RASEN
Immer wieder kommt es vor, dass sich plötzlich, meist über Nacht, unschöne Löcher im Rasen, in den Beeten oder entlang von Steinmauern auftun. Nur diesmal unterscheiden sie sich in der Größe, ihrer Anhäufung und Tiefe. Machen Angst, es mit einem größeren Widersacher zu tun zu haben.

Ein Versuch, sich aktiv dagegen zur Wehr zu setzen und die Löcher nachhaltig zu stopfen.

Der Schreck ist jedes Mal aufs Neue groß, gerät man doch beim Anblick eines derartigen Tiefbaus augenblicklich in Panik, der Garten könnte unterhöhlt werden und über kurz oder lang in sich zusammenbrechen. Die Sorge ist nicht ganz aus der Welt, sieht man sich einmal die bedrohlich wirkenden Löcher aus der Nähe an.

Hier soll nicht die Rede von kleinen Mäuselöchern sein, vor denen wohl kaum ein Garten verschont bleibt. Die kleinen Biester graben sich hurtig durch ihr Leben und tauchen immer wieder dort auf, wo es für die Kleintierwelt verlockende Köstlichkeiten wie frisches Wurzelwerk, junges Baumgemüse und andere Leckereien zu finden gibt. Als wäre das nicht schon der Gipfel, drängen sich nun auch noch andere Unbekannte in den Garten und verunstalten diesen aufs Übelste.

Wird auch noch der Rhododendron über Nacht von fünf Löchern umzingelt, die sich wie Einschlaglöcher im Boden machen, kann der Gärtnerin schon blümerant werden. Alles scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wie lange es dauert, bis der Strauch in die Tiefe gerissen wird. Eine vor Ort angestellte Hochrechnung lässt Böses für die Alpenrose erahnen.

Eine wenig erbauliche Aussicht, die Anlass zu großer Sorge gibt. 

​Ideal wäre es, könnte man die Übeltäter, die den Garten verwüsten, auf den ersten Blick identifizieren. An dieser Stelle einen Dank an den Maulwurf, der es uns leicht macht, ihn an seinem Aushub Material, das sich über das Erdreich erhebt, flink zu erkennen. Doch Maulwurf war in meinem Fall keiner am Werk. Die hinterlassene Visitenkarte lässt andere Befürchtungen zu. Aber um wessen Handschrift könnte es sich handeln?

WER AUSSER MAUS, MAULWURF UND AMEISE GRÄBT NOCH IM GARTEN

So wie sich die Lage darstellt, waren wahrscheinlich keine Mäuse, kein Maulwurf und schon gar keine Ameisen am Werk. Eher dürften Marder, Dachs, Hase oder Ratte in Frage kommen. Von Erdwespen sehe ich einmal ab, sind sie ja nicht ihr eigener Feind und zeigen doch nicht derart offensichtlich auf und lotsen die Gartenbeschützerin wie Jägerin auch noch dorthin, wo sie sich häuslich niedergelassen haben. Der Igel würde sich bei derartigen Untiefen selbst in Gefahr bringen und wie ein in diesem Zusammenhang immer wieder ins Spiel gebrachte Waschbär in den Garten kommen soll, ist mir schlicht ein Rätsel. 

Die Löcher sind augenscheinlich und beim Vorbeiflanieren sofort zu sehen, der gegrabene Tunnel ist offen und die Höhlen sind deutlich größer als die kleinen Mauselöcher, die ich bisher gestopft habe. Der Maulwurf scheidet aus oben genanntem Grund aus und ich habe wie immer bei derartigen Höhleneingängen den Hausmarder in Verdacht. Doch kommt es eher selten vor, dass Marder Löcher in den Garten stanzen. Wobei er es vom Umfang des Locheingangs durchaus auf dem Gewissen haben könnte.

Um mir ein besseres Bild vom Interieur des Ganges machen zu können, habe ich den Wassertest gemacht und mithilfe des Wasserschlauches einmal umfassend geflutet. Vor allem um zu sehen, wie ernst die Situation und wie tief die Gänge sind. Dabei wurde ich das Fürchten gelehrt, denn das Wasser wollte einfach nicht versickern. Die unterirdische Kammer schien ein enormes Ausmaß zu haben und die fünf Eingänge unterirdisch miteinander verbunden zu sein. Durch die Flutung wurden die Löcher am Rand etwas ausgeleiert und der Anblick danach war noch verheerender als zuvor.

Somit tappe ich hinsichtlich des Verantwortlichen noch immer im sprichwörtlichen Dunklen. Zu warten, bis ich Bewegung ausmache ist keine gute Idee und so versuche ich mich an einer neu aufgeschnappten Methode, einem alten Hausmittel, dem üblen Treiben ein Ende zu bereiten. Sei es, wer wolle, der sich hier glaubt austoben zu müssen und zerstörerisch zugange ist.

ALTES HAUSMITTEL SCHNAPS GEGEN DIE PLAGEGEISTER, DIE LÖCHER IN DEN GARTENBODEN GRABEN

Trotz tagelanger Beobachtung gibt es noch immer keinen Hinweis auf die kleinen Schlingel, die mir den Garten zerpflügen. Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Und so lasse ich heute die Buddler tanzen. Mit Hochprozentigem. Denke groß und starte gleich mit 40 Prozent Alkohol. Mit Schnaps.

Ein gut gereifter, in meinem Fall eine Flasche überreifer Schnaps, der die letzten Jahrzehnte ungeöffnet überstanden hat, wird mir bei der Vertreibung hoffentlich gute Dienste leisten und helfen, den Garten wieder zu dem zu machen, was er einmal war.

Inhalt und Überlieferung sind vielversprechend, allerdings könnte die Flasche deutlich größer sein. Sind doch einige Löcher zu stopfen.

Die sensiblen Nasen der Kleinen sind bestens ausgeprägt und von Haus aus dem Alkohol nicht zugetan. Sie ergreifen ganz im Gegenteil sofort die Flucht, sobald ihnen der strenge Geruch in ihre Näschen steigt. So die Theorie. Was diesen hochprozentigen Versuch wert ist.

Mein Plan sieht vor, den hantig riechenden Fusel entsprechend effizient aufzuteilen und jedes Loch mit einem Schlückchen Schnaps zu veredeln, um mir meinen Garten zurückzuholen. Dabei gehe ich bemüht gerecht zu Werke, so dass jedes Loch in etwa gleich viel vom Alkohol abbekommt. Anfänglich noch zögerlich, doch mit jedem weiteren Loch routinierter und bald schon ohne Skrupel, ob dieser Über-bzw. Untergriffigkeit seitens der Tierwelt. Die Jungs da draussen mögen ihr Ding machen und ich mache meins. So meine Regel.

Nachdem ich dann das erste Stamperl ins Loch gekippt hatte, näherte sich eine Wespe auffällig interessiert am strengen Geruch oder sonst einem Umstand geschuldet, der mir doch zu denken gibt. In Folge verschwand sie im Loch. Erdwespennester indes schließe ich aufgrund der Größe aus. Die Wespe war wahrscheinlich nur neugierig an der ihr völlig neuen Geschmacksrichtung. Allein, es dürfte ihr nicht bekommen sein, ward sie ab ihrem fürwitzigen Einflug in die Unterwelt nicht mehr gesehen…

Der Schnaps war rasch ausgebracht und ich hisste nach getanter Arbeit zwar keine Fahne, jedoch schraubte ich als Demonstration meiner unbeugsamen Haltung die leere Flasche umgekehrt in das Loch hinein. Mein Manifest. 

Der Geruch ist kaum ein attraktiver Begleiter für den Verbleib unter Tag. Nach einer ausgiebigen Observation werde ich die Löcher jetzt mit Kompost verschließen, so sich nichts regt und weitere Maßnahmen und Eingreifen seitens der Gärtnerin erforderlich macht. Ob mit oder ohne Flasche ist noch nicht geklärt.

Ebenso unklar ist, wie der Rhododendron auf die neue Situation reagiert und die vierzigprozentige Lösung wegstecken wird. Sollte er plötzlich erneut austreiben und wild zu blühen beginnen, ist der Weg für alternative Wege zukünftiger Düngung geebnet. 

Möge der edle Tropfen sein Werk unter Tag tun und die Buddler verjagen!

2 Kommentare zu „Löcher im Garten und ein altes Hausmittel dagegen“

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