Spargel & Rhabarber: Von richtiger, nachhaltiger Ernte und gefährlicher Oxalsäure zum Johannistag

LOSTAG FÜR SPARGEL UND RHABARBER ERNTE: DER JOHANNISTAG AM 24. JUNIDer Sommer hat Einzug gehalten, die ersten Gemüse gehen. Verschwinden von einem Tag auf den anderen von der Bildfläche und vom Speiseplan. So auch heuer, wie jedes Jahr am 24. Juni, dem Johannistag, vorbei mit der Ernterei von Spargel & Rhabarber. Was aber verbirgt sich hinter der Deadline für die beiden beliebten Gemüsearten? 


​GESUNDE GEMÜSESTANGEN MIT ABLAUFDATUM

Rhabarber
Spargel

OXALSÄURE IM RHABARBER NIMMT ZU

Rhabarber​ wird nach dem 24. Juni nicht mehr geerntet. Wegen seines zeitnah deutlich angestiegenen Oxalgehaltes sollte er ab dann nicht mehr gegessen werden. In größeren Mengen kann diese Säure zu Vergiftungen führen.
Roh sollte Rhabarber nie gegessen werden. Wird er jedoch geschält und gekocht, reduziert sich der Oxalgehalt. Doch nicht nur in den Stangen, sondern auch in den Blättern, die man vor dem Genuss am besten entfernt, findet sich Oxalsäure. Diese vermag Kalzium im Körper zu binden, das in Folge nicht mehr gut aufgenommen werden kann.

Vielleicht haben Sie schon einmal nach dem Genuss von Rhabarber ein pelziges Gefühl im Mund gespürt. Dabei dürfte es sich um Oxalsäure gehandelt haben, die sich auf die Zähne legt und diese sogar aufrauht. Ähnlich wie nach dem Verspeisen einer Orange, sollte man auch hier mit dem Zähneputzen bis zu einer halben Stunde warten, andernfalls wird der Zahnschmelz angegriffen.

Aber keine Angst, filetiert, gekocht und abgegossen sowie in normalen Mengen verspeist, ist das rote Gemüse verträglich und unbedenklich. Köstlich.

Ganz Verwegene und gemüseaffine Draufgänger, die sich am 23. Juni ein allerletztes Mal an den roten Stangen laben wollen, finden hier ein süßes Rezept, einen Rhabarber Himbeer Datschi, um ihr Lieblingsgemüse noch einmal vor dem Stichtag auf Teig und Tisch zu bringen.

ENDE DER SPARGELERNTE: DER NACHHALTIGKEIT WEGEN

Beim Spargel geht es mehr um Nachhaltigkeit, eigentlich ums Überleben. Eine Spargelstange braucht annähernd 100 Tage um sich auf frostige Zeiten vorzubereiten. Sie wächst nach der Erntezeit buschig aus der Erde heraus und reichert so durch Photosynthese Kraft und Energie an, die in den Wurzeln gespeichert wird. Derart gestärkt kann die nächste Saison kommen. Für alle Spargelfans bedeutet dies jedoch das Aus. 

M. Claude empfiehlt:

Torbergs Tante Jolesch scheint grüßen zu lassen, aber der nächste frische Rhabarber & Spargel kommt bestimmt, spätestens im nächsten April! Trösten Sie sich einstweilen mit verschwenderisch wuchernden Ribiseln oder Johannisbeeren, die ihren Namen dem Johannistag verdanken. Der Lostag zu Jahresmitte, der vorgibt, was jetzt alles zu tun ist. Finden Sie hier eine to-do-Liste rund um den Johannistag, inklusive Johannisbeer Chutney Rezept und Ribisel-TV. 

Verbringen Sie einen traumhaft schönen Sommer!

4 Kommentare zu „Spargel & Rhabarber: Von richtiger, nachhaltiger Ernte und gefährlicher Oxalsäure zum Johannistag“

  1. Liebe Dani, wirklich zwei sehr interessante Informationen. Mein Rhabarber wollte heuer nicht so recht, er hat lediglich eine grosse Bluete ausgebildet und das war es. Seit ich diese entfernt habe, wachsen auch wieder Blaetter. Ich freu mich schon auf die Tomatenernte, diese duerfte heuer recht ueppig ausfallen.
    LG kathrin

  2. Ist ja hochinteresssant. Beide Informationen sind neu fuer mich. Die ueber den Rhabarber ist fuer mich nun nicht so wichtig (ich mag naemlich keinen Rhabarber), aber Spargel liebe ich. Und nun weiss ich auch, warum es ihn nun nicht mehr gibt (oder geben sollte …) Danke fuer die Info!
    Ach ja: Tante Jolesch? Herrlich, das die noch wer kennt …
    Liebe Gruesse
    Hilda

  3. Liebe Kathrin,
    was hast du denn mit der Bluete gemacht?
    Ich habe gelesen, dass man die Rhabarberblueten auch essen kann. Dazu habe ich ein Rezept gefunden, in dem die Blueten blanchiert und dann in Mehl und Ei gewendet und kurz angebraten werden. Darueber eine muskatige Bechamel und etwas Parmesan und fertig! Aber fuer heuer ist es ja aus und vorbei mit dem Rhabarber.
    Wuensche dir eine reichliche Tomatenernte!
    Liebe Gruesse
    Dani

  4. Liebe Hilda,
    Tante Jolesch und ihr beruehmtes Krautfleckerl Rezept sind wirklich ein Evergreen, ein echter Klassiker.
    Fuer alle, die das Geheimrezept rund um die legendaeren Krautfleckerln noch nicht kennen, hier die Lueftung des Geheimnisses: die Kunst liegt nicht unbedingt in der Zubereitung, sondern darin, einfach immer etwas zu wenig zu machen!
    Ganz schoen clever:)
    Liebe Gruesse
    Dani

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