Wildniskultur

EINFACH ESSBARE GEMEINDE. STEIERMARK
Wildniskultur. Klingt wild, ist wild und soll auch wild bleiben.Was Wildniskultur genau bedeutet und welche Ziele dahinter stecken, lesen Sie hier in einem Gastbeitrag von Sandra Peham,  Initiatorin der Essbaren Gemeinde.Seit dem Sommer 2016 ist die steirische Gemeinde Obdach die erste „Einfach essbare Gemeinde“. Gemeinsam mit Johann Peham wurden ein „Garten für ALLE“ in Siedlungslage, Natur-Gärten für Volks- und Neue Mittelschule, eine Kräuteranlage und eine Streuobstwiese errichtet.


WILDNISKULTUR IM ORT

Gastbeitrag von Sandra Peham

Schon vor Beginn des Projektes „Einfach Essbar“ war klar:
Öffentliche Gärten, die nach den Prinzipien der Perma- und Wildniskultur angelegt werden, entsprechen nicht dem gewöhnlichen Gartenbild und irritieren daher immer wieder das Auge einiger Betrachter. Tatsächlich sorgt insbesondere der „Garten für ALLE“ in der Obdacher Siedlung mit seinem „wilden“ Aussehen für Gesprächsstoff bei den Passanten. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin vor Ort, Magdalena Kaltenegger, hat nicht nur mit dem Garteln zu tun, sondern leistet auch Aufklärungsarbeit: „Viele Menschen können sich mit dem neuen Aussehen der Fläche vor unserem Wohnhaus nicht anfreunden. Wenn man ihnen aber die Prinzipien der Wildniskultur erklärt, verändert sich ihr Blick.“

Was meint der Naturexperte Johann Peham dazu?
 „Wildniskultur respektiert die Gesetze der Natur und nutzt sie für das nachhaltige Gärtnern optimal. Naturgärten sind Stätten der Vielfalt von Pflanzen und Kleinlebewesen. Orte, an denen sich etwas regt. Eine Rasenfläche, so wie sie vor der Gartengestaltung vor dem Wohnhaus in der Siedlung vorzufinden war, ist aus ökologischer Sicht eine  „Grasmonokultur“ ohne weiteren Nutzen. Einseitig bewirtschaftet und intensiv zu betreuen.“

Die im Sommer gesetzten Maßnahmen haben eine Revitalisierung zum Ziel, welche bereits zahlreiche Früchte hervorgebracht hat – von Radieschen, über Zucchini bis zu Salat, Karotten und Kräutern. Zur Bodenregenerierung sind außerdem Förderpflanzen wie Ackersenf, Phacelie, Pflücksalate und Verschiedenes mehr, gesät worden. Deren üppiges Wachstum hatte dem Garten in den Augen einiger Betrachter ein verwildertes, ungepflegtes Aussehen verliehen. Für den Wildniskulturexperten ist diese Gründüngung dagegen eine notwendige Maßnahme, um nach den Erdarbeiten den Boden schnellstens und bestens wieder zu regenerieren. Dadurch erschaffen wir intakte Verhältnisse für die, so wichtigen Mikroorganismen und Kleinlebewesen.

Diese sind die wichtigsten Helfer im Garten und finden im Wildniskulturgarten auch im Herbst und Winter Nahrung, Schutz und Unterschlupf. Der Naturgarten wird daher im Herbst auch nicht „winterfest“ gemacht, sondern erst im Frühjahr „frühjahrsfit“. Dabei helfen, die durch die große Population von Kleinlebewesen angelockten Vögel, tatkräftig mit.
Je höher die Vielfalt und Anzahl der Bodenlebewesen, desto besser werden die Nähr- und Mineralstoffe der Erde den Gartenpflanzen zur Verfügung gestellt..

„Das ist Gärtnern mit und nicht gegen die Natur“, erklärt Johann Peham.  Nackte Erde und kahler Boden sind in der wahren Natur nirgends zu finden und beeinträchtigen das Bodenlebewesen negativ. Die permanente Bepflanzung der Oberfläche sowie mulchen und Flächenkompostierung sind Methoden, um den Boden vor dem Austrocknen zu bewahren den Humusaufbau zu erhöhen.

Mit dem Projekt „Einfach Essbar“-Obdach hat die Marktgemeinde also nicht einfach nur öffentliche Gärten sondern Lernorte für naturnahes Gärtnern geschaffen. Ein weiterer Vorteil dieser Art des Anbaus:

Sie benötigt weniger Zeit als das herkömmliche Garteln, denn der Mensch lässt die Natur für sich arbeiten!

https://youtube.com/watch?v=rGjjWPomAbk%3Fwmode%3Dopaque

M. Claude empfiehlt:

Wenn Sie Urban Gardening in der Wildniskultur live erfahren wollen, haben Sie die Möglichkeit, Ende April an der Besichtigung essbarer Gärten teilzunehmen und praktische Arbeiten im Wildniskulturgarten mitzuerleben.
Anmeldung und Fragen zur Veranstaltung “Urban Gardening mit Permakultur/Wildniskultur” vom 22.4.-23.4.2017 in Übelbach/Stmk beantwortet Ihnen gerne Sandra Peham unter s.peham@einfachessbar.org

Save the date!

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