Wühlmaus, Maulwurf und Marder mit Katzenstreu natürlich vertreiben

ERFAHRUNGEN VON DER BEKÄMPFUNG UND VERTREIBUNG VON MAUS UND MAULWURF
Ring frei für eine neue Runde im Kampf um den Garten! 


​EINBRUCHGEFAHR

Alle Jahre wieder der gleiche Zirkus, die Unterirdischen sind los.

Der Garten präsentiert sich dieser Tage überaus hügelig und löchrig. Das Wühlmausproblem ist gravierend und auf Schritt und Tritt droht man im Rasen zu versinken. Da sorgt auch kein noch so gut gemeinter Spruch wie „change it or leave it” für Abhilfe und ist keine Lösung, denn das Problem mit den Wühlern ist tiefgehend.

Mein zähes Ringen, die Vorherrschaft im Garten zu behalten, geht in eine neue Runde. Ungünstigerweise dürfte heuer erstmalig neben Heerscharen an Wühlmäusen auch ein Marder mit im Bunde sein. Den Maulwurf lasse ich bewußt außen vor, denn die kleinen Burschen sind mir irgendwie ans Herz gewachsen und genaugenommen helfen sie mir sogar mit ihrer Wühlerei, den Boden zu lockern, zu durchlüften und die Schichten miteinander zu vermengen. Der Rest der Bande weniger! 

Was habe ich nicht schon alles probiert, die Quälgeister in die Flucht zu schlagen. Habe ihre Gänge geflutet, sie mit Hard Rock dauerberieselt oder ihnen vergorene Buttermilch in ihre Mäuselocher gekippt. Dennoch dienten diese und einige andere beherzte Versuche mehr der eigenen Beruhigung, etwas unternommen zu haben, denn einer wirksamen und vor allem nachhaltigen Vertreibung meiner Widersacher. Der erwünschte Erfolg hat sich noch nicht so recht einstellen wollen. 

Erfolgsorient suche ich demensprechend unverdrossen weiter nach der ultimativen Alternative und werde garantiert nicht lockerlassen, bis es gelingt, die Unterirdischen in die Flucht zu jagen. Selbst wenn die kleinen und größeren Tierchen unberechenbar in ihrer täglichen Routenplanung sind, so mögen sie sich doch vor mir in Acht nehmen, ich bin es auch!

Feinde in meinem Beet

Kaum war der letzte Schnee dahin, ging es nahtlos und problematisch weiter zu Loch und Hügel im Rasen. Heuer sogar mit einem beachtlichen Schacht inmitten meiner Rhododendren. Ein Eingangsloch, das im Ausmaß von zwei Hand breit in ungeahnte Tiefen führt, mindestens einen Meter tief ist. So meine Daumen mal Pi Messung mit einem Besenstiel.

Die Vermutung liegt nahe, dass es sich beim Gräber um einen Marder handeln dürfte. Denn tatsächlich habe ich einen solchen im Garten erwischt, besser gesagt gesichtet. Kleiner als die Nachbarskatze, doch deutlich größer als Maus und Maulwurf und flink wie ein Wiesel. Abgesehen davon, dass mir der Marder von Haus aus suspekt ist, kann ich einen solchen am allerwenigsten gebrauchen, befindet sich der Tatort ungünstigerweise in unmittelbarer Nähe des Autoabstellplatzes. Doch dieses Loch ist bedauerlicherweise nur eines von dreien.

Loch Nummer zwei ist erfreulicherweise etwas kleiner, lediglich eine Hand breit und mit nur 80 cm Tiefe nach Besenmaß etwas weniger tief ausgebaut. Meines Erachtens nach liegen die beiden Eingänge für einen Verbindungsgang deutlich zu nahe beieinander, doch ich mag irren. Vielleicht einfach nur das Werk eines Trittbrettfahrers.

Das dritte Loch konnte ich dann in einer Entfernung von 1,5 m von den beiden erstgenannten ausmachen. Hier liegt die Vermutung, einen Verbindungsgang gesichtet zu haben schon näher. Mit einem Durchmesser von gerade einmal 20 cm wirkt es im Vergleich zu den beiden anderen wie das Werk eines Anfängers. Was allerdings in der aktuell misslichen Situation auch nicht wirklich weiterhilft.

Ein Optimist, der glaubt, damit sei alles aufgedeckt. Leider ist diese Unterwanderung bei weitem nicht alles, was sich unterirdisch abspielen dürfte, gerade abspielt. Der Rasen ist zudem gespickt mit vielen kleinen Wühlmaus Löchern und einer entsprechenden Anzahl aufgeworfener Kanäle, die den verklärten Gartenflaneur zu versenken drohen. Ein ungutes Gefühl für Flaneur und Pflanzen, denen es um nichts besser gehen dürfte und die sich schon auf ihren Untergang vorbereiten können. Sofern ich die Sache nicht schleunigst in den Griff bekomme.

Jedoch die Rettung des Gartens ist zum Greifen nahe. Eine kleine Plauderei mit Mausgeplagten vor nicht allzu langer Zeit nahm plötzlich Fahrt auf und das Gespräch eine ungeahnte Wendung. Ausgehend von Überlegungen allgemeiner Art wie „sollte man es eventuell so oder so probieren?”, “haben Sie schon dieses Produkt getestet?” oder “mein Nachbar, der XY macht das immer so…“ Wir alle kennen diese konstruktiven Dialoge, an deren Ende sich oft ungeahnte Lösungen auftun. Wenn sich nun aus einer solchen Fachsimpelei und der daraus resultierenden Idee der Garten rückerobern ließe, gehörte das Problem Wühlmaus der Vergangenheit an, wäre bis auf weiteres gelöst. Noch dazu einfach, sauber und unblutig. Für alle Beteiligten!

Was genau lässt sich nun dagegen tun?

Dass die zahlreichen Löcher im Rasen zu einer Aushöhlung des Bodens führen, ist offensichtlich. Diese mit Erde aufzufüllen nur eine kurzfristige Lösung, da blitzschnell neue Löcher aufgeworfen werden. Doch Wühlmaus & Co gräbt und gräbt und gräbt, unverdrossen und ohne je von Sisyphos gehört zu haben. Verstopft man jedoch die Gänge und Kanäle etwas nachdrücklicher, könnte sich das Blatt wenden.

Das Zaubermittel

Was also könnte man in die Gänge einbringen, auf dass die Tiere das Weite suchen? Die Antwort mag verblüffen und doch ist es unbedingt einen Versuch wert, ist es mir einen Versuch wert: biologisch abbaubares Katzenstreu

Dieses lässt sich allemal dazu verwenden, die zahlreichen Löcher im Rasen zu stopfen, indem man etwas BioStreu in die unterirdischen Kanäle einbringt. Und kaum kommt das Granulat mit Feuchtigkeit in Berührung, verklumpt es und verfestigt sich. Der Gang wird auf natürliche Weise zubetoniert und somit partiell wieder aufgefüllt. Jetzt muss man nur noch gut angießen, den Rest des Ganges bis zur Rasenoberfläche mit Erde nachbessern und sofort sieht alles wieder wie neu aus. Klingt einfach, praktisch und könnte nachhaltig wirksam sein. So die Theorie, so mein Versuch!

Pro & Contra

Ein derartig gewagter Versuch will gut vorbereitet und recherchiert sein. Bei meinen dem Experiment vorangegangenen Recherchen bezüglich des Einsatz eines solchen Materials bin ich, wie zu erwarten, auf Kritik dieser Methode gestoßen. Kritische Stimmen argumentieren, kein Grashalm würde jemals mehr auf so einer Schicht wachsen und man brächte die umliegenden Pflanzen unnötig in Gefahr, da Katzenstreu diesen das Grundwasser entziehen könnte. 

Klingt plausibel und doch will ich es wissen und wage mich sogar noch einen Schritt weiter in Richtung Abgrund, indem ich auch noch meinen reichlich anfallenden Kaffeesatz mit in die Mäuselöcher kippe. Zusätzlich verstopfe. Quasi als Neutralisierung des Katzenstreu für den Boden. Gemäß der mathematischen Formel “minus mal plus gleich plus”. Warum nicht mathematisch vorgehen? Mathematical Gardening!

Und da ich nach wie vor mehr recht als schlecht von der Sache überzeugt bin, habe ich mich zudem ohne mit der Wimper zu zucken dazu entschlossen, volles Risiko einzugehen und das Streu in ein Loch direkt neben meinem Augapfel, meiner Pracht Astilbe einzubringen. Selbstredend unter ständiger Observation. Wer nicht wagt der nicht gewinnt!

Fazit

Optimistisch bis positiv. Insgesamt sieht der behandelte Gartenteil schon nach wenigen Tagen etwas weniger hügelig und zerklüftet aus. Im Gegensatz zum unbehandelten Gartenstück, das nach wie vor Kraut und Rüben gleicht. Doch sollte alle Anstrengung nichts nützen, habe ich noch einen weiteren Joker im Talon. Einen nicht minder heißen Tipp, der momentan gerade in Gärtnerkreisen kursiert und unter der Hand weitergereicht wird. Aber das ist eine andere Geschichte …

Bleiben Sie dran, gemeinsam schaffen wir es vielleicht doch noch, den kleinen Wühlern Einhalt zu gebieten. Auf dem Weg dorthin erfahren Sie hier alles über Wühlmaus & Friends. 

Schreiben Sie uns doch ein paar Zeilen in den Kommentaren über Ihre Erfahrungen, Flops und Tops!

9 Kommentare zu „Wühlmaus, Maulwurf und Marder mit Katzenstreu natürlich vertreiben“

  1. Lieber Garteninspektor M. Claude, liebe Daniela!
    Das hoert sich interessant an! So was in die Richtung habe ich schon einmal gehoert (allerdings haben die auf benutztes Katzenstreu geschworen). Ich bin ja auch schon lange auf der Suche nach einer Moeglichkeit, die kleinen Schnuckies wieder los zu werden. Ein paar habe ich in den ersten Jahren hier im neuen Garten durchaus akzeptiert. Mit der Natur und nicht gegen sie, heisst es ja immer so schoen – und das ist auch durchaus in meinem Sinne! Im letzten Jahr haben sie es aber mit der Vermehrung etwas uebertrieben und ich habe diverse Pflanzenausfaelle gehabt.
    So ein wenig schadenfroh war ich ja, als es nach dem richtig nassen Herbst und Winter dann doch noch mehrfach bitter kalt wurde. Aber das hat die kleinen Spassmacher gar nicht gestoert. Rasen, Beete, alles schoen unterwandert.
    Danke fuer deinen Blogpost! Ich hoere mit grosser Spannung, ob du es mit dieser Methode schaffst, dauerhaft die Maeuschen fernhalten kannst, oder ob sie wieder kommen.
    Wenn ja, werde ich wohl auch zum Katzenstreu greifen 😉
    Hab ein schoenes Wochenende mit viel Sonne und wenig Tunnelbauern!
    Lieben Gruss
    Kathrin

  2. Steiermarkgarten

    Liebe Dani,
    sehr interessant! Ich habe noch nie von dieser Methode gehoert, werde sie aber jedenfalls ausprobieren, wenn du Erfolg damit hast! Bin schon sehr gespannt!
    Liebe Gruesse,
    Carina

  3. Bio-Katzenstreu habe ich noch im Keller. Werde ich ausprobieren. Zumindest an den Stellen wo sie mich echt stoeren. Fuerchte aber sie graben einfach an anderer Stelle einen neuen Gang. Worst case solange bis der ganze Garten mit Katzenstreu gefuellt ist ??

  4. Liebe Dani,
    ich als Besitzerin eines “Wuehlmausgartens” (ja, ich bezeichne meine Rosen und Stauden jetzt schon als das teuerste Wuehlmausfutter der Welt), bin immer an Loesungen, diese Biester loszuwerden, interessiert. Allerdings bin ich nach gefuehlten 1000 misslungenen Versuchen auch schon etwas skeptisch geworden. Mir stellt sich naemlich die Frage, was genau diese stoischen Tierchen an dem Biokatzenstreu stoeren sollte. Wenn einer ihrer Gaenge zu ist, graben sie halt einfach daneben einen neuen. Oder ist das bei dir nicht so?
    Wuerde mich ehrlich interessieren. Und auf deine weiteren Tipps warte ich natuerlich ebenso ganz gespannt!
    Liebe Gruesse
    Hilda

  5. Liebe Hilda,
    habe mich fuer Bio Katzenstreu mit Piniengeschmack entschieden, das koennte ihnen nicht “schmecken”:) Entsprechend den Versuchen, Kaiserkronen, Knoblauch und sonstige streng riechende Pflanzen in die Loecher einzubringen. Bin nach wie vor in der Testphase und selbst sehr gespannt, wie es ausgehen wird.
    Liebe Gruesse
    Dani

  6. Liebe Kathrin,
    im Testbereich ist der Tunnelbau sichtbar zurueckgegangen, es ist nur noch vereinzelt ein Loch zu sehen. Das Gelaende ist deutlich ebener als vor der Aktion. Jetzt kommt der naechste Gartenteil an die Reihe und sollte sich die Lage dort aehnlich entwickeln, dann wird es spannend. Ich bleibe dran und werde berichten.
    Liebe Gruesse
    Dani

  7. Liebe Carina,
    habe jetzt die erste Testphase hinter mir und die Lage verhaelt sich wie folgt: bis vor gut einer Woche war beinahe Ruhe im Rasen, bis auf ein paar Ausreisser und 3 kleinen Loechern im Testgebiet. Leider geht es jetzt wieder von vorne los, die aufgeworfenen Gaenge sind gut sichtbar und Loecher gibt es wieder reichlich. Habe daher wieder zum Bio Katzenstreu gegriffen und die Gaenge damit gut verschlossen.
    Bin jetzt selbst schon gespannt, wie lange der Erfolg diesmal anhaelt.
    Liebe Gruesse
    Dani

  8. Hallo,
    Wie ist denn der momentane Stand der Dinge?
    Lg
    Daniel
    9/11/2021 12:32:31 pm
    Hallo interessanter Artikel. Schon mal in Betracht gezogen, benutztes Katzensteu, also geklumptes Streu in die Gaenge zu bringen. Ich denke das ist dann in zweierlei Hinsicht erfolgreich. Zum einen werden die Gaenge verfuellt zum anderen wird durch “massive” Geruchsbelaestigung die Maus vertrieben :). Setzt natuerlich ne Mietz vorraus o. Bekannte mit Mietz.

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