Amaryllis im November wieder zum Blühen bringen

Austreibende Amaryllis Zwiebel
Zeit für die Amaryllis, ihren Sommerschlaf zu beenden. Einige Pflanzen pflegen im Sommer zu ruhen. Doch irgendwann ist Schluss mit lustig, denn damit die Amaryllis termingerecht zu Weihnachten blüht, sollte sie rechtzeitig im November aufgeweckt werden. Was dann zu tun ist, lesen Sie hier.

Amaryllis überwintern, notfalls in der Küche

Statt im vergangenen Jahr die Amaryllis Zwiebel nach der letzten Blüte in den Keller zu stellen, dürfte ich sie einfach im Küchendschungel aus den Augen verloren haben.

Etwas peinlich berührt, habe ich sie heute wieder entdeckt. Vielmehr habe ich sie wieder bewusst wahrgenommen, denn zu entdecken gibt es genau genommen wenig, wenn ein knapp 45cm hohes Amaryllis Blatt aus einer Zwiebel herausragt. Zwischen all dem Lauch, den Zwiebeln und Selleriestangen. Als wäre sie eine von ihnen. So meine Erklärung, wie es zur Unsichtbarkeit der Blumenzwiebel gekommen sein mag. Vielleicht aber auch nur, weil Zwiebel Zwiebel ist. Egal ob Gemüse oder Blume.

Und doch, im Nachhinein gesehen, muss ich zugeben, dass die Amaryllis so wenig unsichtbar wie Eiffelturm und Freiheitsstatue zusammen gewesen sein dürfte. Meine Wahrnehmung hingegen schien auf passiven Durchzug gepolt und hat mir einfach kein Sichtbarkeitsssignal ausgesandt oder freigegeben.

Wie dem auch sei, Hauptsache sie ist wieder da.

Die Amaryllis aufwecken: Weihnachten steht vor der Tür

Wo auch immer Sie Ihre Blumenzwiebel überwintert haben, im kühlen Keller, im Treppenhaus oder alternativ an ungewöhnlicher Stelle, im November oder Dezember, jedenfalls vor Weihnachten, ist es höchste Zeit, sie aus ihrem Schlummer zu holen und zu versorgen. So Sie Wert auf weihnachtliche Blütenpracht legen. Worin auch immer.

Denn wer seine Zwiebel kurz vor Weihnachten aus ihrem Winterquartier holt und sich aufgrund der vielen Artikel in einschlägigen Dekomagazinen die Frage stellt, wohin mit ihr, hat mehrere Möglichkeiten.

Amaryllis im Topf, im Glas oder in Wachs

Amaryllis

Noch steckt meine Pflanze im Vorjahrestopf. Ohne Gewähr auf Dauerhaftigkeit. Sieht man doch die Amaryllis mittlerweile oft auch im Glas oder sogar in einer dickbäuchigen Wachskugel eingeschlossen. Was ziemlich futuristisch und fast ein wenig gewagt anmutet und nicht zwingend ein gutes Gefühl hinterlässt.

Auch mir nicht, obwohl ich selbst, kaltblütig wie ich meine Orchideen in Wasser kultiviere, nicht zimperlich bin. Was zugegebenermaßen nicht jedermanns Sache ist – Orchideen in Wasser zu versenken – und viele allein schon beim Gedanken daran Gänsehaut bekommen. Ein Vorgehen, dass nicht selten für Entsetzen sorgt.

Dennoch erscheint mir diese Art der Verpackung, eine Amaryllis in Wachs zu quetschen, als ziemlich brutal. Dolce Vita indes für die Orchideen, die ich für den Rest ihres, für gewöhnlich langen Lebens ohne mit der Wimper zu zucken, in Wasser setze.

Doch nicht nur die Orchidee, sondern auch die Amaryllis ist hart im Nehmen. Nimmts gelassen und ist sehr flexibel und anpassungsfähig was ihr Wurzelumfeld anbelangt. Lässt sie sich doch anstandslos in einen Topf mit Erde packen, scheut weder Glas noch Wachs und blüht scheinbar unbekümmert in jedem Gefäß. Mein Exemplar nicht ausgenommen.

Amaryllis im Glas

Doch bevor ich mir die Frage stelle, ob ein Wechsel vom Topf in Glas angezeigt wäre, prüfe ich die Zwiebel erst einmal auf Herz und Nieren, wie sie den Winter zwischen all dem jungen Gemüse verbracht hat.

Amaryllis in Wachs: Pro & Contra

Unabhängig von dem Ergebnis des Amaryllis Vitalitätschecks, lasse ich die Variante mit dem Wachs gleich von vorneherein aus. Scheide sie aus. Erstens müßte die Pflanze die Tortur eines Wachsbades über sich ergehen lassen und zweitens, siehe Absatz eins. Eine lebende Pflanze in einer Wachskugel klingt nach Alptraum. Und doch ziemlich real und überall zu sehen.

Warum blüht eine Amaryllis im Wachsmantel?

Die Zwiebel wird vorbehandelt und hat in ihrem Inneren alle Nährstoffe gespeichert, die sie für ein augenscheinlich gesundes Wachstum braucht. Doch dann ist es vorbei. Nach der Blüte erlischt die Amaryllis wie eine untergehende Sonne.

Denn wo keine Wurzeln mehr sind, und es kann keine mehr geben, da die Unterseite der Wachskugel das gar nicht zulässt, ist kein Wachstum mehr möglich. Somit können Sie sich vorstellen, was mit den Wurzeln vor dem Wachsbad passiert ist, bzw. was der Amaryllis wiederfährt, bevor sie in Wachs getunkt wird. Was nichts anderes bedeutet, als dass es für sie nach der einmaligen Blüte schwer möglich sein wird, zu Wasser und Nahrung zu kommen.

Dennoch gibt es eine rege Nachfrage nach den Wachskugel, die zu Weihnachten blühen und unsere Heime verschönern. Und schön sind sie ja tatsächlich.

Der Trend zur Wachskugel, Amaryllis in Wachs zu tauchen

Trendsetter führen jede Menge Argumente ins Treffen, warum die blühende Wachskugel ein Dekohighlight zu Weihnachten ist.

Kein Pflegeaufwand, kein grüner Daumen, einfach nur pure Freude, die aus der Wachskugel kommt. So die jungen Wilden, die Fans gepflegter Dekoration, die das Besondere zu Weihnachten suchen.

Die Wachskugeln sind zugegebenermaßen dekorativ, oft verziert, glitzern und schillern wie eine Discokugel, sind platzsparend und kommen so im ganzen Haus zum Einsatz. Machen sich vortrefflich, wenn sie blühen und sind mittlerweile nicht mehr nur für die eigenen vier Wände ein attraktives Dekoelement, sondern auch ein beliebtes Geschenk.

Blumenzwiebel in Wachs schmutzen nicht und lassen sich ganz ohne lästige Umtopferei einfach überall hinstellen. Auf die Kommode, die Anrichte oder den Gabentisch. Wo immer Platz für eine kleine Kugel ist.

Kippen jedoch, wenn die Blüten zu schwer werden und in Schieflage geraten. Sind dem Untergang geweiht, sobald sie ausgeblüht haben und sollten nicht einmal auf dem Kompost ihr Ausgedinge finden, sondern im Restmüll.

So gesehen, kein schöner Gedanke.

Die auferstandene Amaryllis

Zurück zur Amaryllis, die aus dem Tiefschlaf kommt.

Die Blumenzwiebel hat das Abenteuer unter ihresgleichen aus der Gemüseabteilung bestens überstanden. Es geht ihr gut.

Kein Wunder, denn entsprechend ihrer ausgiebig genossenen Ruhephase der letzten Monate sieht sie frisch aus und wirkt rundum erholt. Strotzt vor Lebenskraft und scheint bereit für ihren weihnachtlich Einsatz zu sein. Womit zu rechnen ist, denn eine pralle Zwiebel verspricht kräftiges Wachstum und ist die beste Voraussetzung dafür, dass die Amaryllis schon bald wieder für ihre Topfgärtnerin üppig blühen wird.

Topfgärtnerisch belasse ich sie vorerst in ihrer alten, wie gewohnten Umgebung. In ihrem Topf vom Vorjahr. Was blühtechnisch kein Problem sein sollte, reicht es doch, eine Amaryllis alle 2-3 Jahre umzutopfen. Wer indes vorhat, seiner Pflanze einen neuen Topf zu spendieren, sollte unbedingt darauf achten, dass die Zwiebel nur bis zur Hälfte mit frischer Blumenerde bedeckt ist.

Amaryllis Pflege rund ums Jahr

Amaryllis Wissen, das ich mir für das nächste Jahr einfach schon einmal sicherheitshalber vorgemerkt habe. Ebenso wie ein Jahrespflegeprogramm für die Schöne, damit mir nicht noch einmal ein solcher Schnitzer wie der Verlust meiner Blumenzwiebel zwischen Gemüse und Gemüseresten, die auf ihr Regrowing in der Küche warten, unterläuft.

Amaryllis richtig gießen nach der Winterruhe

Zurück im Weihnachtstrubel, wird die Amaryllis an einen hellen, nicht sonnigen, dafür aber warmen Platz gestellt und das erste Mal nach der Winterpause vorsichtig gegossen. Sorgsam deswegen, da sie rasch nasse Füße bekommt und zu viel Wasser zu Fäulnis führen könnte. Gleiches gilt auch umgekehrt und zu wenig Wasser würde die Pflanze schwächen, so dass sie nicht in die Gänge kommt.

Mit einer Ausnahme: Die erste Wassergabe nach der Ruhephase. Gönnen Sie Ihrer Amaryllis ruhig einen kräftigen Schluck frisches Wasser. Eine Art Erste Hilfe, zum Start in die neue Saison. Dann geben Sie ihr etwas Zeit, langsam richtig wach zu werden und warten mit dem nächsten Gießen solange, bis erste zarte Triebspitzen zu sehen sind. Ab diesem Zeitpunkt kann regelmäßig gegossen werden. Jedoch weiterhin mit Bedacht, um die Amaryllis nicht unnötig zu versenken. Je größer die Pflanze wird, desto mehr Wasser braucht sie, um sich entfalten zu können.

Jetzt heisst es warten. Es kann durchaus ein paar Wochen dauern, bis die ersten Blüten zu sehen sind. Dennoch perfektes Timing, Weihnachten wird geblüht.

Weihnachten kann kommen!

Amaryllis im goldenen Übertop, drei Blattspitzen ragen aus Moos hervor

Mehr über die Amaryllis, die Bella Donna der Winterblüher, finden Sie hier. 

2 Kommentare zu „Amaryllis im November wieder zum Blühen bringen“

  1. Das Blatt hat sich irgendwann verabschiedet, war zu lang, ist umgekippt und ich habe es dann abgeschnitten. Allerdings sind daneben rasch neue Triebe gekommen. Die Knolle steht heuer ueberhaupt voellig nackt im Glas und hat dort drei kraeftige Blaetter und Wurzeln entwickelt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie mit wenig Wasser gut auskommt. Wenn alles nach Plan laeuft, sollte sie zu Weihnachten bluehen.
    Liebe Gruesse!

  2. Felicitas Piwaronas

    Hallo,
    was passiert mit der im Kuechendschungel vergessene Amaryllis mit dem einen Blatt? Wie kann ich sie im November aktivieren? Einfach zurueckschneiden und umtopfen? Mit wenig Wasser oder ohne zum Bluehen bringen?
    Schoene Gruesse!

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