Der Name der Rose, Heidi Klum oder alles ist möglich

ROSEN PAPARAZZI
Nach jahrelanger Jagd auf Heidi Klum ist es jetzt endlich gelungen, sie zu erhaschen.

Drei Jahre ist es nun her, dass ich sie zum ersten Mal entdeckt habe. Die Klum. Nicht in der aktuellen Regenbogenpresse, wie man jetzt vermuten könnte, sondern im Rosenregal. Eine von all den Schönen mit ihren klingenden Namen: Astrid Lindgren, Eckart Witzigmann, Papageno, Kleopatra, Leonardo da Vinci oder Königin von Dänemark.

Fast ein wenig verloren stand sie da, wenn auch betörend duftend, sodass kein Vorbeikommen möglich war. Der Duft berauschend, die Farbe ein Traum in Pink, hätte ich sie schon damals für mein Leben gerne mitgenommen, doch war ich noch zu zögerlich in Sachen Rosen. Ist mein schattiger Garten ja nicht unbedingt die erste Anlaufstelle für Sonnenanbeterinnen und sonnenverwöhnte Rosen. Eher ein Areal für die finsteren Gesellen der Pflanzenwelt.

Abgesehen von dieser kleinen Lappalie, dachte ich zum damaligen Zeitpunkt, einer solchen Lady in Pink nicht einmal annähernd einen freien Platz zur Verfügung stellen, geschweige denn freischaufeln zu können. Der Garten war wie üblich bestens belegt und eigentlich überbucht. Der heutigen Situation nicht ganz unähnlich. Die Lage hat sich seither nicht wesentlich geändert, jedoch die Grenzen der Belastbarkeit meiner Rosen, die sich deutlich nach oben verschieben. Von Tag zu Tag ein kleines Stückch mehr.

SCHATTENDASEIN

Eine solche Bagatelle wie Schatten im Garten nehme ich daher auch nicht mehr so ganz ernst wie einst und das ist gut. Sonst wäre ich mit meinem Garten niemals zu ein paar Rosen gekommen. Weder in diesem, noch in einem eventuell später stattfindenden Leben hätte ich Aussicht auf einen, wenn auch bescheidenen Rosengarten. Und siehe da, die Erfahrung hat gezeigt, dass es sich gelohnt hat, großzügig darüber hinwegzusehen und sich von der Annahme zu befreien, nur ein ganztägig sonniger Standort brächte ein passables Ergebnis zu Tage.

Und so haben sich meine Hübschen im Beet tatsächlich, wenn auch notgedrungen, an die vorherrschende Situation angepasst. Haben den halben Schatten lieben gelernt und freuen sich wie Schneeköniginnen über ein paar, wenn auch überschaubar ausfallende Stunden Sonnenschein. Anthony Robbins wäre begeistert, predigt er doch schon seit ewigen Zeiten: “Alles ist möglich!”

No Risk, no Roses!

WIEDERSEHEN MIT DER HEIDI KLUM

Dieser Tage habe ich sie dann endlich wieder gesehen. Jahre später und doch ein Szenario wie damals. Die Klum stand abermals vor mir und betörte mit ihrem köstlichen Duft, dem, schnuppert man ein zweites Mal nach, beinahe ein Hauch von Rosenseife anhaften mag.

Die Schönheit trägt ein intensiv violettes Blütenkleid, schmückt sich mit dunkelgrünem Laub und wird, wenn alles gut geht bis Ende November durchblühen. Wenngleich sie nicht besonders kälteempfindlich und durchaus in der Lage ist, Temperaturen bis -23° Grad zu trotzen, ist sie nicht sonderlich resistent gegenüber Sternruß und Mehltau. Was bedeutet, dass man die Klum diesbezüglich im Auge behalten sollte.

Kleiner Wermutstropfen am Rande ist ihre Größe, denn sie wird selbst unter besten Bedingungen nicht mehr als 40-50cm erreichen. Was ich zutiefst bedauere, da gerade diese Rose mit ihrer eindringlichen Blütenfarbe in Großformat noch um so  vieles besser zur Geltung kommen würde als in der Piccolo Ausgabe. Hätte sie doch das Zeug zum Superstar in meinem Garten. So what!

Jedenfalls sollte die Gelegenheit dieses Mal nicht wieder ungenützt vorüber ziehen, will ich die Klum jetzt endlich im eigenen Garten blühen sehen. Koste es was es wolle. Was sich in Folge als Self Fullfilling Prophecy herausstellen sollte, jedoch,  was muss, das muss!

WIE KOMMT DIE ROSE ZU IHREM NAMEN?

Bei der Klum handelt es sich somit um eine kleinwüchsige Beetrose aus dem Jahre 1999, einer Kreuzung aus den Sorten Old Port und Barkarole. Ihre Namenspatronin hat sie aus 15 Züchtungen auserwählt und durfte sie 2005 auf den Namen Heidi Klum taufen.

Impressionen von der Rosentaufe und den beiden Klums, der Rose und dem Model können Sie hier sehen.

Stellt sich zu guter Letzt die Frage, was uns eigentlich bei der Pflanzenauswahl bewegt? Sind Farben, eine besondere Duftnote oder vielleicht doch der Name und smartes Marketing dafür verantwortlich, dass Pflanzen eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf uns ausüben? Verhält es sich im Blumenregal ähnlich wie im Bücherregal einer gut sortierten Buchhandlung? Dort, wo Titel und Cover ihr Wechselspiel mit dem potentiellen Käufer und Leser spielen und sich dabei zu übertrumpfen versuchen, dem Kunden als erster ins Auge zu springen.

In meinem Fall war es tatsächlich der Name der Rose, der mich anfänglich angesprochen und mein Interesse geweckt hat. Ob Sie jetzt in mir eine Expertin der Regenbogenpresse sehen, sei dahingestellt und Ihrer ganz persönlichen und geschätzten Meinung überlassen.

2 Kommentare zu „Der Name der Rose, Heidi Klum oder alles ist möglich“

  1. Ich wollte diese Rose auch schon einmal kaufen, allerdings hat mich die geringe Toleranz gegen Sternruss und Mehltau abgeschreckt. Denn mit der Rose Arthur Bell habe ich diesbezueglich schon schlechte Erfahrungen gemacht. Jetzt hab ich eine andere genommen: Da Vinci….
    LG Kathrin

  2. Liebe Kathrin,
    Da Vinci ist auch nicht schlecht:)
    Bisher sieht die Klum noch sehr gut aus, blueht artig, aber ich behalte sie gut im Auge, um notfalls reagieren zu koennen.
    Liebe Gruesse
    Dani

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