Feigen aus dem eigenen Garten: Eine kulinarische Verführung

Reiche Feigenernte  Eine kulinarische Verführung der Extraklasse landete vor ein paar Tagen auf meinem Küchentisch. Leider nicht aus meinem Garten, jedoch aus dem lieber Freunde. Die seit vielen Jahren schon ihre eigenen Feigen ernten. Was Mut und noch mehr Lust macht, über einen eigenen Feigenbaum und seine süßen Früchte nachzudenken. Was kann die Feige? 

Epikur und die Feigen

„Ein Gärtchen, Feigen, kleine Käse
und dazu drei oder vier gute Freunde,
das war die Üppigkeit Epikurs”
(Friedrich Nitsche)

Epikur sprach schon um 310 v. Chr. der Feige zu, da ist nur recht und billig, es dem griechischen Philosophen gleichzutun.

Feigen aus dem eigenen Garten

Die üppige Ladung frischer Feigen ergoss sich in meinen eintönig gewordenen Küchenalltag und versüßte mir tagelang selbst die fadeste Speise. Neue Geschmacksrichtungen taten sich auf, die regelmäßig in einem intensiven mediterranen Genussrausch gipfelten. Denn egal um welches Gericht es sich handelt, die süßesten aller Früchte versprechen in ihrer Begleitung den Himmel auf Erden. Weich, mollig, zuckersüß, zart schmelzend. Ein Gedicht im Gewand einer XXXL Praline. 

Vom Feigenbaum frisch auf den Tisch

Damit Feigen so schmecken und einem Gedicht alle Ehre machen, sollten sie vollsonnig und geschützt, idealerweise an einer Südwand wachsen und reifen dürfen. Wie im Fall der gärtnernden Freunde, die ein besonders fleißiges Exemplar in ihrem Garten stehen haben.
Ist der Standort einmal gut gewählt, bedankt sich der Baum mit reichlicher Ernte auf einer Höhe von drei bis zu fünf Metern. 
Die Feige braucht viel Wasser und wird vom Frühling bis in den Hochsommer hinein regelmäßig gegossen, wobei sie mit einmal pro Woche gut auskommt. Mit Ausnahme sehr heißer Tage im Sommer, an denen sie gerne einen Extraschluck verträgt. Manchmal sogar täglich.
Feigen werden im Mittelmeergebiet angebaut, lieben die Wärme und sind dementsprechend frostempfindlich. Somit auch ihr dringender Wunsch nach mediterranen Verhältnissen in unseren Breiten. Sonnig und warm im Sommer, kalt im Winter, wobei einige Feigenarten sogar ein paar Minusgrade vertragen. Wie die Bayern Feige Violetta, die bis zu kolportierten minus 20 Grad winterhart sein soll und, gut geschützt, den Winter im Freien verbringen kann. Dazu ist es jedoch angezeigt, den Wurzelbereich maximal zu schützen, gut mit Laub abzudecken und den Baum selbst mit einem wärmenden Vlies vor den harten Seiten eines strengen Winters sicher durch den Winter zu bringen.

Für alle anderen Feigen im Kübel muss man unbedingt für eine frostfreie Überwinterung sorgen. Sie lassen sich normalerweise bei Temperaturen zwischen Null und zehn Grad im Keller gut überwintern. Feigenbäumchen im Topf haben es gerne dunkel im Winter. Die Pflanzen sollten möglichst kein Licht abbekommen, da sie sonst leicht aus dem Takt geraten und womöglich glauben, der Winter sei diesmal besonders kurz ausgefallen und das Frühjahr stünde schon wieder vor der Tür.
Kaum im Winterquartier angekommen, könnten sie, derart irritiert, wieder austreiben. Was definitiv zu früh wäre.

Wann sind Feigen reif?

  • Meist sind sie im September bis Oktober reif, sofern sie genug Sonne bekommen haben und färben sich dann dunkel lila.
  • Wenn sie reif werden, hängen sie am Baum und man kann sie von den noch unreifen Früchten, die nach oben hinwachsen, gut unterscheiden. Schneidet man sie auf, sind sie saftig und zeigen herrlich rosa Fruchtfleisch.
  • Ein weiterer Hinweis auf den Reifegrad ist eine angeknabberte Schale. Immer dann, wenn Vögel sich schon daran gutgetan und von der Frucht schnabuliert haben, sollten wir blitzschnell ernten. Um auch noch zum Zug zu kommen.
  • Zeigt die Außenhaut der Feigen, wenn auch kleine wie leichte Risse, ist die Frucht reif.
  • Wenn Saft austritt, sollte sie ebenfalls rasch geerntet werden.
  • Reife Früchte geben auf Druck leicht nach und duften aromatisch.

Feigen lassen sich maximal zwei bis drei Tage im Kühlschrank lagern, sollten dann aber einige Stunden vor dem Verzehr herausgenommen und auf Zimmertemperatur gebracht werden. Wie Käse auch. So können die Früchte ihr volles Aroma entwickeln und werden Ihnen förmlich auf der Zunge zergehen.

Sollten währenddessen ein paar lästige Fruchtfliegen im Anflug sein, entlehnen Sie einfach ein paar Kastanien aus Ihrer Herbstdekoration und legen sie neben die Feigen. Die Fliegen werden blitzschnell die Flucht antreten und das Weite suchen.

Feige statt Schokolade

Feigen enthalten viele Vitamine, viele Ballaststoffe und sättigen.
​Und das Beste ist, dass sie zuckersüß und daher eine hervorragende Alternative zu Süßem sind. Gerade jetzt im Herbst, an dunklen Abenden, wenn sich der feuchte Nebel übers Land legt, an endlos langen Regentagen, die sich aufs Gemüt schlagen, ist die Lust auf Süßigkeiten besonders groß und kaum zu zügeln. Ein kleiner Schokoriegel hie, ein paar Bonbons da und schon sieht die Welt gleich viel freundlicher aus.
Ein klarer Fall für die Feige und eine Chance, den klebrigen Naschereien elegant zu entkommen. Perfekt für alle, die gesunde Süßigkeiten lieben. Süß wie Honig, saftig wie ein reifer Pfirsich und darüber hinaus auch noch gesund. Besser geht’s fast nicht.

Wie isst man eigentlich Feigen?

Zumeist wird die Feige bis zum letzten Kern, der essbar ist, verputzt. Mit einer Ausnahme vielleicht, dem kleinen Stiel.
Aber der Reihe nach: Als erstes wird die Frucht gewaschen und mit Küchenpapier vorsichtig getrocknet. Dann schneidet man den Stiel direkt an der Frucht ab. Jetzt kann man die Feige entweder in zwei Hälften aufschneiden oder vierteln und so Stück für Stück mit der Schale verzehren.
Die Schale ist jedoch nicht jedermanns Sache. Wer lieber darauf verzichtet, halbiert die Feige und löffelt das Fruchtfleisch aus wie eine Kiwi. Schale kann, aber muß nicht sein.

Feigenrezept für einen Feigensirup

Feigen helfen gegen Stress, denn sie sind reich an Magnesium, helfen Stress abzubauen und stärken Herz und Kreislauf. Gegen Stress sind somit nicht nur Kräuter, sondern auch süße Früchte gewachsen.

Ein Schlückchen Feigensirup, den man im Reformhaus bekommt, hilft gegen Stress, schmeckt gut und beruhigt die Nerven. Dazu ein paar Esslöffel Feigensirup mit frisch gepresstem Orangensaft mischen, genießen und entspannen.

Alle, die noch immer reichlich Feigen haben und nicht mehr nachkommen mit ihrem privaten Feigenkonsum, können sich so ein Fläschen Feigensirup selber brauen. Wie das geht, lesen Sie hier.​

Rezept für Feigen mit Ziegenkäse

Vorspeisen mit Feigen sind köstlich und schnell zubereitet. Als Amuse-Gueule, als süßer oder pikanter Snack für Zwischendurch oder als attraktive Häppchen zum Aperitif. Rasch serviert und im Handumdrehen fertig.
Kredenzen Sie in Minutenschnelle Mediterrane Feigen-Ziegenkäse Häppchen

Zutaten:

  • frische Feigen, halbiert
  • Ziegenkäse
  • Prosciutto
  • Balsamico Creme

Zubereitung:

  • Backofen auf 180 Grad Oberhitze erhitzen
  • Backblech auf die oberste Stufe stellen
  • Feigen mit der Schnittseite nach oben auf ein Backpapier geben, mit zerbröseltem Ziegenkäse und Prosciutto je Feigenhälfte belegen
  • Im Backrohr ein paar Minuten gratinieren, bis der Käse zu zerlaufen beginnt
  • Die warmen Feigen mit ein paar Tropfen Balsamico Creme beträufeln und anrichten
  • Dazu knusprige Grissini Stangen servieren.

​Ihre Gäste werden es lieben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Feigen unglaublich vielseitig sind und durchaus noch mehr Einzug in unsere Küchen halten könnten. Nicht nur als Trockenfrucht und zu Weihnachten im Brot.

Hier noch einmal die Feige im Überblick mit Fakten, die überzeugen.

9 Fakten rund um die Feige

  • Die Feige ist eine der ältesten Nutzpflanzen und stammt aus der Familie der Maulbeerbaumgewächse
  • Zwischen dem 14.6-23.6. und 12.12–21.12 und somit nach dem Keltischen Horoskop unter dem Baumzeichen des Feigenbaums Geborene gelten als besonders sensibel und kreativ
  • Die Frucht ist gesund, hat einen hohen Wasseranteil und enthält kaum Fett
  • Die Feige ist durch ihre zahlreichen kleinen Kerne reich an Ballaststoffen und enthält verdauungsfördernde Enzyme
  • Feigen aktivieren den Körper, vertreiben Müdigkeit, steigern die Leistungsfähigkeit und stärken die geistige Konzentration
  • Die Früchte sind mit ihrem süßen Fruchtfleisch eine hervorragende Alternative zu Schokolade & Co, ohne dick zu machen
  • Die Feige ist ein guter Basenlieferant. Feigen haben den höchsten basischen Wert aller Lebensmittel und unterstützen daher hervorragend bei der Neutralisation Säure bildendender Lebensmittel
  • Feigen sind ein idealer Begleiter zu Käse und Fisch​
  • Feigen sind einfach köstlich!

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