Ich hab dir (nie) einen Rosengarten versprochen oder 8 Tipps für die Rosenpflege im Herbst

SAG MIR WO DIE ROSEN SIND, WO SIND SIE GEBLIEBEN?Die Version (nie) existiert tatsächlich und stammt von Lynn Anderson, die einst mit ihrem Song “Rose Garden” die Hitparaden stürmte. Wahrscheinlich eine Gärtnerin, der es damals ähnlich wie mir heute gegangen sein dürfte.​Die Rosen sind verschwunden.


​​ROSENGLÜCK MIT DEN KÖNIGINNEN AUS DEM GARTEN

Verschwinden gibt’s nicht. Damit gebe ich mich nicht zufrieden und so werde ich alles daran setzen, meine bezaubernden Rosen wieder im Sturm zurückzuerobern.

Einen Garten habe ich für uns gebaut. Habe trotz ungünstigster Voraussetzungen wegen Schattengarten größten Gefallen an der Vorstellung eines romantischen und köstlich duftenden Rosengartens gefunden. Einen solchen wollte ich anlegen und habe mich im Lauf der Jahre an die schönsten aller Rosen herangetastet. Zaghaft zu Beginn meiner Karriere als Rosengärtnerin und doch habe ich immer wieder eine neue Grazie gepflanzt. Was auf Dauer erfolgversprechend wirkte und meine Begeisterung in ungeahnte Höhen katapultierte, fand bedauerlicherweise heuer abrupt ein Ende.  Denn leider habe ich die Rechnung ohne meine Rosen gemacht, die sich ausgerechnet in diesem Sommer zu meiner großen Bestürzung kontraproduktiv gegeben und gezickt haben. 

Dabei habe ich alle Register gezogen. Habe unverdrossen Teerosen gepflanzt, trendige pinkfärbige Rambler Rosen an den Zaun gebunden, orange Kletterrosen und rosa Beetrosen gesetzt, als gäbe es keinen Schatten. Ein zartes weißes Schneewittchen und eine schillernde altrosa Heidi Klum sind ebenfalls in der illustren Runde vertreten. Vielmehr waren vertreten und haben geblüht. Viele von ihnen letztes Jahr, einige Tapfere auch noch heuer, doch der Großteil der Schönen ist von der Bildfläche verschwunden. 

VON DER ROSE ZUR HORTENSIE

Einer der Ursachen könnte darin begründet sein, dass sich mein Garten quasi sehenden Auges selbst umgebaut und die Rosen durch Hortensien ersetzen hat lassen. Von mir, von eigener Gärtnerinnenband, ohne dass es mir bewußt aufgefallen wäre. Anscheinend habe ich durch meine Löcherstopf Methode alles mit Hortensien aufgefüllt und dort, wo einst Rosen erblühen sollten, ragt heute der eine oder andere Hortensienkopf aus dem Beet. Könnte zu gut gemeint und zu viel des Guten gewesen sein. 

Dennoch, ein Voreiliger derjenige, der jetzt flink aufzeigt, um anzumerken, das Problem liege selbstredend genau dort und auf der Hand. Durch die Rosenkompensationsmassnahme sei alles klar und das Problem eindeutig hausgemacht. Doch diese Erklärung wäre natürlich zu einfach und deutlich zu eindimensional. Somit nicht repräsentativ. Denn…

Eine orange Schönheit, die sich über Jahre hinweg in nächster Nähe mit einem lila Phlox vortrefflich verstanden und harmoniert hat, ist ebenfalls nicht mehr zu sehen. Hat sich zurückgezogen und vorbei ist es mit dem farbenprächtigen  Blütenspektakel, das die beiden miteinander gemeinsam zum Besten gegeben haben. Dieser Umstand spricht somit gegen die Theorie, ich hätte meine eigenen Rosen vor lauter Liebe und mit Hortensien erdrückt. Außer der Phlox ist ein beliebterer Nachbar als die Hortensie.

So nimmt es auch nicht Wunder, dass mein Schneewittchen hinter den 7 Bergen verschwunden zu sein scheint. Im speziellen Fall ganz ohne Hortensienbegleitung und nur auf freier Flur. Keine wie auch immer geartete Nachbarschaft, rundum solitär. Von der berühmten Beetrose Heidi Klum ist sowieso nichts mehr zu sehen, aber das mag andere Gründe haben. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

Der Schatten jedenfalls sollte auch nicht maßgeblich dafür ausschlaggebend gewesen zu sein, denn die Vorjahre sahen ja deutlich rosiger aus. Zudem kämpfe ich seit Monaten für mehr Licht und rode entsprechend. So ist es im Garten heller denn je und ich kann mir bislang noch keinen Reim auf die Rosenabsenz machen. Außer es handelt sich um einen Generalstreik.

DIE ROSENZÜCHTERIN

Um für heuer Rosen Bilanz zu ziehen ist es zwar noch etwas zu früh im Jahr, doch soll so ein rosenreduzierter Zustand nie wieder eintreten und dementsprechend sorge ich jetzt schon entsprechend vor. Werde mich unverzüglich der verbliebenen Schönen annehmen und alles für eine reichliche Blüte im kommenden Jahr tun, was in meiner Macht steht. Mich in der Rosenpflege und Rosenzucht schulen und weiterbilden.

Aus diesem aktuellen Anlass beginnt mein Rosenjahr heuer im Herbst. Für einen reibungslosen Ablauf und erfolgsversprechende Blüte im nächsten Jahr, habe ich hier 8 Tipps zusammengestellt, mit Hilfe derer es gelingen soll, wieder Kurs auf einen betörenden Rosengarten zu nehmen.

8 TIPPS FÜR DIE ROSENPFLEGE IM HERBST

  • Herabgefallenes Laub der Rosen entfernen und statt am Kompost im Abfall entsorgen, damit etwaige Pilzsporen vom Rosenrost, Mehltau oder Sternruß nicht überwintern können
  • Boden lockern, für Sauerstoff sorgen
  • Verblühtes und faulige Pflanzenteile schneiden
  • Gesunde Rosen nicht im Herbst schneiden. Ausnahme sind kranke, überlange und vertrocknete Triebe. Durch die offenen Schnittstellen ist die Pflanze ungeschützt
  • Bei Kletterrosen alle Triebe gut festbinden
  • Im Herbst bis Ende November ist der optimale Zeitraum, um zu pflanzen und umzusetzen, falls nötig. So können die Rosen gut anwurzeln. Pflanzlöcher werden im Verhältnis 50:50, Rosenerde zu Gartenerde aufgefüllt
  • Alles von Unkraut säubern
  • Für ausreichend lockere Erde sorgen und notfalls den pH Wert des Bodens bestimmen. Rosen bevorzugen einen pH-Wert zwischen 5,5 und maximal 7

ROSEN DURCH STECKLINGE VERMEHREN

Zur Einstimmung auf die kommenden, rosigen Zeiten werde ich meine mir treu gebliebenen und im Garten standhaft ausharrenden Rosen noch dieser Tage durch Stecklinge vermehren. Mit Hilfe des nun folgenden Tutorial ein rechtes Kinderspiel, großer Spaß und Garantie, dass ich mein Versprechen „I promised you a rose garden“ letztendlich doch noch einlösen kann. 

​Und vielleicht wird’s sogar nächstes Jahr rote Rosen regnen.

https://youtube.com/watch?v=ju8fjVeR2zo%3Fwmode%3Dopaque

Bis dahin stimme ich immer wieder Lynn Anderson und ihren Rose Garden an, schmunzle wohl wissend, was es zu tun gibt auf dem Weg zum Erfolg.

6 Kommentare zu „Ich hab dir (nie) einen Rosengarten versprochen oder 8 Tipps für die Rosenpflege im Herbst“

  1. Hallo liebe Daniela,
    ich drueck dir die Daumen, dass Du Erfolg hast mit deinen Rosen im naechsten Jahr. Auf meinem Balkon werde ich wohl nie welche haben koennen, aber es gibt ein paar wild wuchernde Exemplare in meiner Naehe. Ich werde mich ihnen annehmen, auf Art eines Guerilla-Gaertners.
    Liebe Gruesse, Carla

  2. Liebe Dani, dass tut mir sehr leid mit Deinen Rosen. Hast Du es schon mit Sorten versucht die Halbschatten moegen? Eventuell bekamen sie auch Sonnenbrand nun wo es heller ist im Garten?
    LG Kathrin

  3. Liebe Carla,
    vielen Dank, ich habe mir nach diesem Schlamassel vorgenommen, mich gut auf die naechste Saison vorzubereiten.
    Guerilla Gaertnern ist einfach genial und eine gute Alternative. Ich habe auch ganz in meiner Naehe ein kleines Fleckchen Wiese neben dem Radweg entdeckt, wo garantiert Guerilla Gaertner am Werk sind. Tolle Sache.
    Wuensche dir viel Spass beim Guerilla Gardening!
    Liebe Gruesse, Dani

  4. Liebe Kathrin,
    haette nicht gedacht, dass Pflanzen auch Sonnenbrand bekommen koennen! Werde jetzt schauen, dass ich ein paar Halbschattengewaechse bekomme und sie noch heuer einsetzen.
    Liebe Gruesse, Dani

  5. Lieber Wolfgang,
    es war gerade heuer nicht ganz einfach, alle unsere Pflanzen optimal durch den Sommer zu bringen. Hoffentlich erholen sich deine Hortensien wieder. In der Zwischenzeit wuensche ich dir viel und vor allem noch lange Freude mit den Rosen!
    Liebe Gruesse, Dani

  6. Sara - Mein Waldgarten

    Meine Waldgarten-Rose ist u.a. auch eine Schattenrose. Im Schatten bildet sie kleinere Blueten aus, hier im Sonnengarten fallen sie ein wenig groesser und opulenter aus, auch die Farben sind satter. Aber gedeihen tun sie auch im Schatten oder lichten Schatten. Vielleicht waere die ja was fuer Dich? Die ist robust wie nix! 🙂
    Hortensien vertragen sich schon mit Rosen, wenn den Rosen natuerlich kein Platz mehr bleibt, wird es kritisch.
    Einige meiner Rosen habe ich auch durch Stecklinge bzw. Risslinge herangezogen und das auch in meinem Blog dokumentiert. Unter dem entsprechenden Label zu finden.
    Liebe Gruesse
    Sara

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