Mit Lenny Kravitz auf der Suche nach good vibrations gegen Garten Burnout

​„I BUILD A GARDEN FOR US“
BLIND-DATE EDITION #5

Björn will es wieder wissen!

​Jagt einen Lenny Kravitz Song in die Gartenblogger Runde und fordert auf zum Text. Assoziationen, wie es uns gefällt, zur Deadline abzuliefern. Und alle machen mit.

KULTIGES BLOGGER BLIND DATE

​Was kommt dabei heraus, wenn sich 14 BloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen? Unter dem Motto „I Build A Garden For Us“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von Lenny Kravitz geschrieben.

Wir wissen nicht was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

Mit dabei sind: 

GartenbaukunstBeetkultur,Der kleine HorrorgartenKaro-Tina AldenteCardamonchai, Milli Bloom, Rienmakäfer, GarteneuphorieSeaside-CottageFaun und FarnLaubenhausmädchenFrau Meise und Mrs. Greenhouse.

Viel Spaß beim Lesen!

HALBZEIT IM GARTEN

Lenny Kravitz und sein Song kommen mir gerade recht. Der Mann singt schön, keine Frage. Noch dazu über mein absolutes Thema Nummer eins. Da kann man nur dahin schmelzen. Und doch gerate ich ein wenig ins Grübeln.

Ich habe auch einen Garten gebaut. Besser gesagt erblühen lassen. Einen Garten, den ich ständig aktualisiere, in Schuss halte und in dem ich für harmonische und rund ums Jahr blühende Beete sorge. Damit dem Auge ja nichts fehlt. Ohne zur Übertreibung neigen zu wollen, arbeite ich an einem Garten für alle Sinne. Damit das auch so bleibt, verjage ich Ungeziefer, Maus und Schnecke, schneide Bäume mit der Hand, stutze und zupfe und säe dort wo es schütter wird nach, so gut ich kann. Und betreibe seit Kurzem ein wenig Obstbau. Ich fühle mich gelinde gesagt auch wie ein Baumeister. 

Doch jetzt das Dilemma: Die Luft ist raus!

GARTENBURNOUT IM AUGUST

​Ausgerechnet dann, wenn‘s am schönsten ist!

Doch das Risiko, irgendwann im Lauf des Jahres auszubrennen, ist leider nicht von der Hand zu weisen. In der Diktion der Millionen Show würde ich es mit fifty, fifty ansetzen. Das Risiko. Nicht mit einem 50:50 Joker, sondern mit einem Unsicherheitsfaktor.

Ausgerechnet Mitte August, rund um Ferragosto, dem Wendepunkt des Sommers, kommt mir dieser Song in die Quere. Hätte kein ungünstigerer Zeitpunkt sein können, denn bei näherer Betrachtung ist genau dieser Termin ein  problematisches Datum, ein besonders kritischer Zeitpunkt im Gartenjahr. 

Denn im August ist leider Halbzeit, Saisonhalbzeit. Die Gartenszene inklusive Gartenblogger beginnt zu schwächeln, ist mancherorts schon etwas ausgelaugt. Man näherst sich gedanklich dem berühmten Ende und fast fühlt es sich genug des Guten an. Genug gewerkt.

Das ermattete Gartenvölkchen fragt sich, wann endlich Schluss mit dem stundenlangen Gießen sein wird. Die Schnecken gehen selbst dem langmütigsten Gärtner auf den Geist und ganz besonders Gebeutelte sehnen Mitte August bereits sehnsüchtig den Herbst herbei. Was ja wirklich nicht nötig wäre und genaugenommen absolut überflüssig ist, steht er doch sowieso schon vor der Tür. Überengagiert, wie ich meine.

Stur hoffen manche jetzt doch tatsächlich auf die erlösende Erlaubnis, quasi von oben, sich wieder einmal ein paar Stunden zurückziehen zu dürfen. Ganz ohne schlechtes Gewissen dem Garten den Rücken kehren zu dürfen. Manch einer wagt von einem spontanen Kinobesuch zu träumen, ohne vorher einige Wetter-Apps kontrolliert zu haben, um drohendes Unheil vom Garten abzuwenden. Andere wiederum sehnen sich nach einem schicken Abendessen im Restaurant statt unter der Laube zu vespern, oder ganz verwegen eine Wochenend-Sightseeing-und Shopping Tour in die große Stadt zu planen, statt den obligaten Besuch am Bauernmarkt, um dort nach Herbst- und Wintersetzlingen Ausschau zu halten. Auch lesen wäre eine prima Alternative. Leider einer der zahlreichen Mythen, die sich um den Garten ranken, dass sich darin vortrefflich lesen lässt. Stimmt im Allgemeinen schon, fragt sich nur wann.

Untrügerische Zeichen, dass die Luft etwas raus ist!

Gerade in so einer Übergangszeit kann es kritisch werden, zu einer Zeit, in der nichts Wesentliches im Garten passiert. Wer jetzt gerade Unmengen an Obst und Gemüse zu Saft, Marmelade und Sugo verarbeiten muss, sei von dieser Betrachtung selbstredend ausgenommen, aber alle anderen könnten doch wirklich Gartenhandschuhe und Gartenschere kurz niederlegen. Muss ja nicht für immer sein!

So arbeite auch ich daran, mich nach einer 7/24 High Speed Garten Saison etwas zurückzuziehen, mir einen Mini Kurzurlaub vom Garten im Garten zu gönnen. Mit allem was dazu gehört. Liegestuhl im Schatten, kleiner Beistelltisch für Buch und Zeitschriften und ein kühles Getränk. Naschkram käme gelegen. Hängematte ließe ich mir auch noch einreden. Und dann Vorhang zu, Buch auf!

Und während ich es mir jetzt so richtig gemütlich mache, entspanne und die Zeit im gemachten Garten genieße, sehen wir uns an, wie bei Lenny Kravitz aussieht. 

https://youtube.com/watch?v=jdhzz63DGNo%3Fwmode%3Dopaque


NACHSPANN

LeserInnen dieses Gartenblogs werden mit Sicherheit erkannt haben, dass die vorangegangenen Zeilen selbstredend nur trockene Theorie und gewissermaßen nicht mehr als eine kleine Quengelei sind. Denn mehr als 10 Minuten ruhig im Garten vor sich hin zu trödeln, ist der Gärtnerin schwer möglich. Auch nicht im August. Und wie auch der Texter meiner Lieblingswerbung weiß, gibt es einfach immer was zu tun. Und so bin ich schon wieder unterwegs.

​Baue weiter, denn ein Garten ist ja niemals fertig!

10 Kommentare zu „Mit Lenny Kravitz auf der Suche nach good vibrations gegen Garten Burnout“

  1. Ich gehoere zu denen, die Unmengen von Gemuese und Obst verarbeiten muessen. Trotzdem oder gerade deshalb bin auch in ein wenig Gartenmuede. Aber das wird wieder. Sobald die Temperaturen fallen, werde ich wieder aktiv. Gewaechshaus renovieren. Fruehbeet bauen, Obsthecke pflanzen. Da geht noch was bevor die Saison endgueltig vorbei ist.
    Liebe Gruesse von Anja aus dem kleinen Horrorgarten

  2. Du sprichst mir ja aus der Seele, ich habe nie so richtig den Schwung in diesem Jahr gefunden und jetzt haengt alles so dahin und ich warte sehnsuechtig auf das Ende der Saison wenn auch nicht mehr staendig so viele kritische Garten Nachbarn vorbei kommen…

  3. Bei mir macht sich schoen langsam der Unmut breit. Aufgrund der anhaltenden Hitze sind mir die Tomaten im Gewaechshaus weitgehend verbrannt und es wird wohl kaum noch eine gute Ernte geben, denn die Pflanzen treiben auch nicht wieder aus. Geiztriebe gibt es heuer so gut wie gar nicht. Die Hitze hat mir im Moment das Gaertnern ein wenig verleidet…
    LG Kathrin

  4. Ja, so ist es wohl! Mit dem Regenwetter, das wir in der Zwischenzeit hatten, ging es mir auch so. Einerseits: yeah, es regnet! Und ich muss nicht zum Giessen in den Garten! Andererseits: Hu, wo ist die Sonne? Ich will dieses graue Wetter nicht! Auf Herbst hab’ ich keine Lust. Obwohl ich mich jetzt auch darauf freue, das eine oder andere im Garten noch zu machen. Eigentlich will ich den August noch nutzen und endlich ein Erdbeerbeet anlegen, wir haben naemlich noch keins bei uns, und das geht ja eigentlich gar nicht! Liebe Gruesse!

  5. Herrlich! Ich liebe deinen Stil und du triffst, wie so oft, den Nagel genau auf den Kopf. Allerdings hab ich die Segel der Ueberaktivitaet schon vor Wochen gestrichen und die Gartenarbeit auf das Notwendigste beschraenkt. Giessen hautsaechlich und ab und zu ein wenig jaeten. Darum bin ich schon fast wieder voller Energie und warte darauf im Herbst ein neues Beet anzulegen.
    Ist sowieso die bessere Jahreszeit dafuer. Aber Plaene schmieden kann man jetzt schon, stimmts?
    Geniess also diesen herrlichen Sommer noch in vollen Zuegen – auch mal laenger als nur 10 Minuten. Es geht, glaube mir 😉
    Liebe Gruesse
    Hilda

  6. Beate | Seaside-Cottage

    Ich muss dir zustimmen: auf die allabendliche Giesserei habe ich auch keine Lust mehr. Und ich war in diesem Sommer sehr froh darueber, dass mein Garten klein ist. Aber die Trockenzeit ist bei uns jetzt wieder vorbei, es regnet regelmaessig. Nur leider waechst jetzt auch das Unkraut wieder. Aber was soll’s. Das gehoert halt dazu. Der Winter wird noch lang genug und sehnen wir uns wieder nach der gartenzeit 😉
    Liebe Gruesse und goenne Dir zwischendurch mal eine Erholung
    Beate

  7. …braucht man ja nicht unbedingt. Aber es ist zu befuerchten, dass dieser Typus weiter verbreiteter ist, als man vielleicht denkt. Da jaetet man stundenlang, schneidet, saet, das ganze Programm, um dann aufmerksam gemacht zu werden, wie es besser ginge und ueberhaupt…:)
    Liebe Gruesse
    Dani

  8. Da hast du ja ein ganz schoen dichtes Programm und noch einiges vor! Eine Obsthecke moechte ich auch noch dieses Jahr pflanzen und ein paar Loecher in der Naturhecke stopfen. Dann sollte bis naechstes Jahr alles gut angewachsen und wieder schoen gruen sein.
    Liebe Gruesse
    Dani

  9. Liebe Dani,
    das kann ich gut nachvollziehen, auch mein Balkongarten hat unter der Hitze enorm gelitten. So stark, dass mir einige Lieblingspflanzen, die noch zu zart waren, eingegangen sind. Man kann nur auf Besserung und Regen hoffen. Vielleicht wird der naechste Sommer milder.
    Liebe Gruesse, Carla

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