Seedbombs selber machen: Für einen blühenden Start ins neue Gartenjahr

NEUJAHRSVORSÄTZE EINER GÄRTNERIN UND WIE SIE SICH JETZT SCHON MIT VERGNÜGEN UMSETZEN LASSENGärtnerInnen sind nach Neujahr kaum mehr zu halten. Wollen endlich loslegen. Ihre Neujahrsvorsätze alle in die Tat umsetzen. ​Doch ist das nicht etwas zu früh?

Die klassischen Vorsätze zu Jahresbeginn, so sie in unseren Köpfen herumschwirren, sind meist mächtig und stark. Fitness und gutes Körpergefühl steht bei vielen ganz oben auf der Liste. Gesunde Ernährung mit maximaler Gemüsezufuhr ist landauf, landab fast schon ein must-eat. Und zwischendurch ein gutes Buch, sind die Klassiker der Saison. Sieht man genauer hin, einer jeden Saison.
​Alles nichts Neues im Garten.

Gärtnerinnen erweitern diese alten Hüte gerne noch um ein paar weitere Punkte, die sie ab dem ersten Tag des neuen Jahres antreiben. Denn ein Schelm, wer nicht jetzt schon wieder an üppige Blüten, knackiges Gemüse und kuscheligen Rasen unter den bloßen Fußsohlen vor Augen hat. Kaum ist wieder etwas mehr Licht in Sicht, kann es der Gärtnerzunft nicht schnell genug gehen mit dem Aufschwung im Garten. Ungeduld ist unser aller Name, wenn es um die junge, vor der Tür stehende Saison geht.

Doch lohnt es sich, diese zermürbende Wartezeit kreativ zu nutzen. Sich nicht wie ein Chaot in den Frühling zu stürzen, um dann händeringend und haareraufend wie ein verirrtes Huhn durchs Gelände zu pflügen.
Kluge und umsichtige GärtnerInnen gehen mit System und mit Bedacht ans Werk. Erstellen eine saubere to-do Liste, um diese step-by-step abzuarbeiten. Im Sinne einer organisierten wie gelungenen Vorbereitung.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es meist etwas anders aus und es droht die ernstzunehmende Gefahr, sich rechtschaffen zu verzetteln. Bei der Aufarbeitung der liegengebliebenen Dinge des Vorjahres, beim Beschriften oder Katalogisieren des noch nicht verbrauchten Saatgutes und bei der Reinigung des Topfgartens, respektive der Hardware aus dem Topfgarten. Angriffsfläche ist ja immer reichlich vorhanden.

Addiert man dazu auch noch die Pläne und Vorhaben für das neue Jahr, ergibt die Summe nicht selten eine prall gefüllte Liste, die auf Umsetzung drängt. Und im schlimmsten Fall noch vor Saisonstart zu einer veritablen Blockade mutiert. Um einer solch misslichen Startsituation gleich von Anbeginn das Wasser abzugraben, habe ich eine kleine, dafür überaus feine Idee aufgegriffen, um mit Freude und entspannt in die neue Saison zu starten.

SAMENBOMBEN ODER SEEDBOMBS: BOMBIGE IDEEN FÜR DIE NEUE GARTENSAISON

Bis es also wieder so richtig losgeht, lässt sich die Zeit bis zum ersten Spatenstich im Garten mit ein paar kleinen Basteleien ganz gut überbrücken. Eine davon ist die Produktion von Samenbällen. 

Diese kleinen Erdkugeln sind nichts anderes als kleine Samenbälle, die Guerillagärtnern als fruchtbare Wurfgeschosse dienen. Eine Undercover Methode, um Stadtflächen zu begrünen. Die kleinen Bomben bestehen aus Erde, Wasser und Saatgut, das zu einer Kugel geformt wird und en passant an neuralgischen Orten diskret ausgebracht wird. Was sich vielleicht im ersten Moment etwas gefährlich anhören mag, ist jedoch ein alternativer Versuch, brachliegende Flächen im städtischen Raum etwas freundlicher zu gestalten, zu begrünen und aufblühen zu lassen.

In den Großstädten findet die Bewegung der Guerillagärtnerei immer mehr Anhänger, so auch mich. Mit dem Unterschied, dass ich im Gegensatz zu den Garten Guerilleros selbst einen Garten bewirtschafte, mich jedoch das Konzept der totalen Überraschung begeistert. Denn nichts anderes geschieht Jahr für Jahr im Garten, wenn die Spannung steigt, ob und was aus dem Vorjahr aufgehen wird. Neu versamte Blümchen auftauchen und liebgewonnene ältere Pflanzen wie von der Bildfläche verschwunden sind.
​So können ein paar Samenbomben im Garten zwischen all dem neuen und alten Leben nicht schaden. Bringen frischen Wind ins Beet.

SAMENBOMBEN SELBER MACHEN

Wer sich ein paar Samenbomben selber basteln möchte, kann dies ganz einfach mit Erde, einer Handvoll Samen nach Belieben und etwas Wasser flink erledigen.

So einfach geht’s:

Pflanzenerde und Blumensamen in einer Schüssel miteinander vermengen und vorsichtig so viel Wasser hinzufügen, dass eine Art Erdeteig daraus entsteht. KonfektbäckerInnen sind hier klar im Vorteil, denn jetzt werden aus dem Erde-Samen-Wasser Gemisch handliche Kugeln in Pralinengröße gerollt. Diese werden nach Fertigstellung an einem nicht zu warmen Ort ein paar Tage lang zum Trocknen gelegt.

Danach ist der kleine Wurfball bereit für seinen Einsatz: ein bisschen Farbe ins Leben zu bringen. Ein richtiger Leckerbissen für uns und unsere Bienen.

Sehen Sie hier gleich einen gut gerollten Seedball unten links im Bild. Daneben ein Stück Bio-Trüffel Konfekt. Die für den Größenvergleich vorgesehene Schoko-Praline war bedauerlicherweise zum Zeitpunkt des Fotoshootings nicht mehr auffindbar und dürfte einem meiner Schleckermäuler zum Opfer gefallen sein. Aber das Trüffelstück tut’s auch.

Seedball (links) und Trüffelkonfekt

​Wem nun die grüne Idee gefällt, ein gut gefülltes Überraschungsbällchen selbst zu werfen oder zu verschenken, aber noch keine Lust hat, in der Erde zu wühlen, kann sich etwas Seedpap besorgen. 

BLÜHENDES SAATGUT PAPIER

Bei diesem Papier handelt es sich um eine sympathische Idee, die aus der Steiermark kommt und Wildbienen helfen soll, ihren Lebensraum so gut es geht zu erweitern. Die blühenden Papiere oder Seedpaps sind Spezialpapiere, in deren Fasern verschiedene Samenmischungen eingearbeitet sind und die auf Erde gelegt, überall treiben. Im Topf und im Garten, ebenso wie als Kräutermischung auf der Fensterbank für indoor GärtnerInnen. Als Geschenkpapier verwendet, wird so ein Seedpap auf einen Sitz gleich doppelt wertvoll.

Hier gleich ein Vorgeschmack auf Ostern, in denen sich links im Hasen eine Bienenschmaus Mischung und rechts im Osterei etwas Basilikum verbirgt. 

Eine überaus charmante Art, dem Frühling unter die Arme zu greifen. 

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