Es ist nie zu spät, eine Blumenwiese für Bienen anzulegen und ein literarisches Klimawandel-Quartett

​​VON EMSIGEN BIENEN UND FLEISSIGEN GÄRTNERINNE
Neuer Lebensraum für Bienen, Hummeln und deren Insektenfreunde kommt immer rechtzeitig und kann nie zu spät sein. Auch nicht, wenn der Jahreszeiger schon auf Anfang Juni steht.

WANN WIRD EINE BIENENWIESE GEPFLANZT?

Der Kalender weist die Monate März bis Mai, als auch dann wieder später im Jahr September bis Oktober als ideale Pflanzmonate aus, um eine bunte Blumenwiese für das nächste Jahr anzulegen. Doch wenn das Wetter nicht mitspielt, die Blumensamen noch zu besorgen sind oder die Zeit gefehlt hat, ausgiebig zu garteln, ist das noch lange kein Malheur. Denn die Biene dankt es uns auch, selbst wenn wir zeitlich ein paar Tag hinten nach hinken. Saisonal gedacht ist eine Blumenwiese im kommenden Jahr besser als keine.

Mit der entsprechenden Aufmerksamkeit und Pflege des Saatgutes freut sich am Ende nicht nur die Biene, sondern auch die Gärtnerin, wie in meinem Fall.​

WIE KANN MAN EINE WILDBLUMENWIESE EINFACH ANLEGEN?

Als erstes sollte der Boden aufgelockert werden. Was je nach Bodenbeschaffenheit nicht immer ganz locker von der Hand geht. Die dabei aufgeworfenen Erdklumpen werden zerkleinert und wieder auf dem Boden verteilt. Dann kann schon das Saatgut aufgebracht und auf der Erde leicht angeklopft und so fixiert werden, sodass es nicht durch den Wind davon flattern kann oder gar von den Vögeln als leckerer Snack einfach aufgefuttert wird.
Dabei empfiehlt es sich jedoch, die Samen auf keinen Fall und schon gar nicht der Sicherheit halber zu tief ins Erdreich einzubringen, sondern flach einzuarbeiten, da sie andernfalls keine Aussicht auf Keimung haben. Wichtig ist nur, dass der Samen mit dem Boden gut verbunden wird.

Um den Fleck Bienenglück auch noch etwas von seinen mancherorts überbordenden Nährstoffen zu befreien, hat es sich bewährt, etwas Sand in den Boden mit einzuarbeiten. Abzumagern. Denn die schönen Wildblumen lieben das nährstoffarme Land und gedeihen dort vorzüglich.

Damit ist die Sache auch schon fast erledigt und die neue Heimat für unsere hungrigen Bienchen und ihre Kumpels auf dem Weg zu einem bunten, blühenden Paradies aufbereitet.

Zum Abschluss wird noch alles gut eingegossen und weiterhin täglich gewässert. Innerhalb der nächsten Wochen sollten sich bereits erste Blümchen ihr Stelldichein mit den Bienen auf der neuen Blumenwiese geben.

WAS BLÜHT DENN DA?

Ein überaus spannendes Momentum bei einer derartigen Wiesenglückgestaltung ist immer, was am Ende aufgehen wird. Zwar gibt das Tütchen Blumensamen einen guten Überblick über die darin enthaltenen Samen, doch ist beim Ergebnis oft mit kleinen Überraschungen zu rechnen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Tüte hält, was sie verspricht.

Jetzt noch ein wenig Geduld, regelmäßige Wassergaben und schon ist die bunte Blumenwiese bereit für die bereits ungeduldigen Bienen.

Dann bleibt nur noch, auch weiterhin achtsam zu sein.

ACHTSAMKEIT DEN BIENEN GEGENÜBER

“Die beste Weise, sich um die Zukunft zu kümmern, besteht darin, sich sorgsam der Gegenwart zuzuwenden”
(Thich Nhat Hanh)

So habe ich ein kleines Schild aufgestellt, um meinen Besuchern gleich zu zeigen, wo die Bienen sind. Um ihnen Anerkennung zu zollen, sie gebührend bewundern zu können und den Hut vor ihnen zu ziehen. Doch jedes Ding hat zwei Seiten und so handelt es sich hier um eine eindeutig mehrdeutige Aufforderung, die auf verschiedene Weise ausgelegt werden kann. Ein besonders charmanter Ansatz ist dabei der meiner Blogger Kollegin Sandra von Beetkultur, die es auf den Punkt bringt, wenn sie fordert, auf dem Schild sollte doch besser „Achtung vor den Bienen“ stehen. Wertschätzung und Respekt sei angebracht. 
​Dem gibt es wahrlich nichts hinzuzufügen.

LAST BUT NOT LEAST EIN BESONDERER BUCHTIPP ÜBER “DIE GESCHICHTE DER BIENEN”

Für alle Bücherwürmer unter Ihnen zum Schluss noch ein aktueller Buchtipp, ein Bienen Roman, der einen von der ersten Seite an gefangen nimmt. Einer von vier Bänden, die Maja Lunde im Rahmen ihres literarischen Klima Quartetts geschrieben hat.

Hier ein kurzer Überblick über die drei Erzählstränge rund um die Bienen:

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.
Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.
China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

(Quelle: dem Klappentext entnommen)

Mehr über die norwegische Autorin, die im Oktober 2019 auf der Frankfurter Buchmesse zu Gast war und dort über ihre vier Bücher, ihr Klimawandel Quartett, berichtet hatte, können Sie hier im Interview nachlesen. 

​Große Empfehlung.

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